Ich liebe Coaching in Bewegung, weil es so viele großartige „Nebenwirkungen“ hat. Welche Nebenwirkungen das sind,  darüber erzähle ich in diesem Blogbeitag. Coaching in Bewegung  ist für mich ein Paradebeispiel für den Einsatz systemischer Methoden. Eine der für mich wichtigsten Methoden der systemischen Arbeit ist der Perspektivwechsel. Es geht darum, verfestigte Sicht- und Handlungsweisen lockern. Hilfreich hierfür sind die Fragen “Kann ich das auch anders sehen?” oder “Gibt es noch andere Wege zum Ziel”. Die Fragen zielen auf den Perspektivwechsel in unseren Gedanken, die letztendlich zu unseren Haltungen und Handlungen führen. Mitunter sind aber erlebte Perspektivwechsel noch hilfreicher. In einer Sitzung aufstehen und den Platz wechseln. Was verändert sich da? Was nehme ich anders wahr? Fühle ich mich wohler am neuen Platz oder was stört mich daran? Coaching in Bewegung dient dem Perspektivwechsel, weil es in Veränderungsprozessen häufig erst einmal um eine Weitung der eigenen Wahrnehmung geht. Um eine Öffnung hin zu neuen Möglichkeiten im Fühlen und Denken und weg begrenzenden Sichtweisen und von einer abwehrenden Schutzhaltung. 

Was also verstehe ich unter Coaching in Bewegung?

Um es vorweg zu nehmen: nein, es geht nicht um Sport, es geht um das gemeinsame Gehen in der Natur. Meine Klientinnen jubeln meist nicht, wenn ich ihnen dieses Angebot mache. Einige nehmen es nicht an, manche sind skeptisch, manche begeistert. Wenn ich denke, es könnte passen, biete ich ein Coaching in Bewegung an. Körperliche Bewegung in der Natur kann für die innere Bewegung sehr hilfreich sein und unterstützt Dein Anliegen in einen Prozess der Veränderung zu kommen. Durch Coaching in Bewegung wird die Psyche positiv gelenkt, durch das Gespräch aber auch durch neue Eindrücke und Impulse von außen. Aktivität ist besser geeignet bestehende Gedankenmuster und Blockaden zu lockern und zu bearbeiten. Wir reden und wir schweigen und bringen allein durch die Bewegung vieles in den Fluss. Der Austausch, während wir nebeneinander Gehen, ist ein anderer. Häufig ermöglicht er freieres Reden und freieres Schweigen.

Was sind das für Situationen und für wen ist Coaching in Bewegung geeignet?

Prinzipiell eignet sich dies für jede Klientin. Die Intensität und Dauer richten sich nach Ihren Bedürfnissen. Wir gehen 1- 1,5 Std. spazieren und bearbeiten währenddessen Dein Anliegen. Zwei Beispiele für Situationen in denen Coaching in Bewegung hilfreich war: Eine Klientin kam mit einer depressiven Verstimmung. Die Gedanken kreisten seit Stunden, aber sie fand keine Lösung, weil die Gedanken sich in Endlosschleife drehten. Eine andere Klientin steckte fest in der Negativwahrnehmung über sich selbst und ihre Umwelt. Hier hat es sich als hilfreich erwiesen, den Praxisraum zu verlassen und gemeinsam ein Stück im Park zu laufen. 

Die wohltuende Umgebung in der Natur wirkt beruhigend auf die Sinne und körperliche Bewegung aktiviert den inneren Prozess. Der Boden unter unseren Füßen, der Anblick und die Berührung von Bäumen können uns erden. Der Wind bläst den Kopf frei. Die Wolken ziehen weiter und wir lassen unsere Grübeleien mit ihnen ziehen. Das Wasser fließt stetig, egal was wir davon halten, darüber denken. Die Bewegung, das Gehen, in Verbindung mit den Sinneseindrücken hilft dabei den Fluss der Gedanken zu unterbrechen und neue Perspektiven zunächst einmal als mögliche Annahme zu akzeptieren.

Körperliche und psychische Effekte 

Dass Bewegung in der Natur antidepressiv wirkt, ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. Aber vor allem in Stress- und Spannungssituationen wirkt Bewegung positiv und unterstützend auf das Gespräch. Das Stresshormon Cortisol wird über Bewegung abgebaut, innere Anspannung reduziert. Die Sauerstoffkonzentration in Körper und Gehirn erhöht sich und damit entsteht zusätzliches Potential für Lösungsideen. Bewegung in der Natur stärkt das Immunsystem, Wahrnehmung, Konzentration und Denken werden verbessert – beide Hirnhälften werden aktiv und in Verbindung gebracht, das steigert die geistigen Fähigkeiten.

Der aus dem Blickwinkel des traumasensiblen Coachings wichtigste „Neben-Effekt“ von Coaching in Bewegung ist die Stärkung der Regulationsfähigkeit von Emotionen. 

Im Gehen spüren wir die eigene Kraft, entdecken Schönes am Wegesrand. Die Sinne öffnen sich den Gerüchen, Klängen, Farben. Mit Wind und Tageslicht auf der Haut spüren wir uns selbst intensiver und fühlen sich uns im besten Fall verbunden mit allem in uns und was uns umgibt. Die Erfahrung der Bewegung stärkt Deine innere Balance und Dein Gewahrsein im Hier und Jetzt. Du leistest also beim Gehen selbst einen aktiven Beitrag für Dein Wohlbefinden, den Du auch ohne Begleitung wiederholen kannst. 

Wo findet Coaching in Bewegung statt?

Ob im Auwald, im Clarapark, am Zooschaufenster oder in einem der anderen Leipziger Parks, ich spaziere mit Dir in Leipzig, am Ort Deiner Wahl.
Wenn Du eigene Ideen und Wünsche hast, die für Dein Anliegen hilfreich sein könnten, sind auch andere Ziele möglich. Denkbar ist auch ein Coaching-Wandertag oder eine mehrtägige Wanderung. Bei Interesse sprich mich an.

Mit mir gemeinsam bringst Du Bewegung in Dein Thema. Ich unterstütze Dich bei der Entwicklung für Dich passender Ideen, Lösungen, Umsetzungsmöglichkeiten.