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Streckenlänge heute: 13,5 km
Nachdem wir gestern Abend noch eine lange Weile mit Familie Hartmann beim Bier vor dem Kamin gehockt haben und uns die hindernisvolle Entstehungsgeschichte des Reithofes erzählt wurde, haben wir heute morgen ein wenig länger geschlafen. Ich erwachte aus einem Traum, der noch vor ein paar Tagen für mich ein Albtraum gewesen wäre. Zu erkennen, mit welcher Distanz ich auf das Traumgeschehen reagierte, zeigt mir, dass ich mit der Pilgerei auf dem richtigen Weg für mich bin. Dafür belohnte ich mich mit einem ganzen Tag voller guter Laune. Auf der Waldwanderung ertappte ich mich dabei, dass ich beim Laufen, wie ein Kleinkind Mozart dirigierte.
Einen richtigen Albtraum hingegen erlebte Ina heute. Während sie das erste wirklich frische Bioei ihres Lebens aß, von mir dabei erwartungsvoll beobachtet, verzog sie das Gesicht, griff in ihren Mund und meinte: „Sind die immer so hart?“ Sind sie nicht. Was sie in der Hand hielt, war ein beachtliches Stück ihres vor kurzem erst wuzelbehandelten Zahnes. Ca. 3 Stunden später flog auch die Füllung raus. Das bedeutet, spätestens übermorgen in Greifswald sitzt Ina beim Zahnarzt.
Kurz bevor wir unser Ziel, das traumhafte Waldhaus von Familie Kauz erreichten, machten wir Station in der Papiermanufaktur Wrangelsburg. Von handgeschöpften Papieren über Schuhe aus Papier, bis hin zur Nutzung der Druckerpresse kann man in diesem Verein alles machen, was sich mit Papier anrichten lässt. Auch hier ist Familie Kauz sehr aktiv. Das fällt irgendwie auf, es sind die Zugezogenen, die aktiv sind.
Fazit des Tages: (Ina) Das Maß an Gastfreundschaft, welches uns auf dieser Reise begegnet, überrascht mich. (Sylvia) Durch das tägliche Laufen mit Gepäck, durch dieses langsame Fortbewegen, verändert sich mein Zeitgefühl. Die Tage werden länger und intensiver.

Nachtrag: Frau Kauz arbeitet auch als Künstlerin, ein Traum: in einem zum Atelier umgebauten Bauwagen. (Wunsch ans Universum: Auch haben wollen!!!)