Station 16: Kühlungsborn West – Finale

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Von Bad Doberan nach Kühlungsborn West – Streckenlänge 15 km

Heute morgen saßen wir sowohl wehmütig als auch voller Vorfreude beim Kaffee auf dem Balkon der Pension. Wehmütig weil wir zum letzten Mal unsere Rücksäcke packen durften. Irgendwie haben wir uns an das spartanische Leben mit 2 Hosen, 2 Jacken und 2 T-Shirts und Zahnbürste gewöhnt. Wehmütig aber auch, weil das Erreichen des Zieles, das Ende der Wanderung bedeutet. Gleichzeitig waren wir voller Vorfreude. Endlich das Meer sehen, endlich zivile Kleidung tragen und einfach nur faul sein, am Strand liegen, lesen.
Die erste Stunde ging es durch den Wald, immer an den Schienen der Mollibahn entlang. Ina nutzte die Tour heute noch einmal ausgiebig zum Fotografieren. Sogar ein Fuchs lief ihr vor die Kamera.
Ich hingegen musste mich noch einmal austoben und lief im Eiltempo durch den Wald. Dabei kam mir immer nur das Offensichtliche in den Blick. Ich habe noch nie so viele unterschiedlich gemusterte Nacktschnecken gesehen wie in dem Waldstück zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. In Heiligendamm gab es Kaffee und die ersten Mollifotos. Und dann war es so weit. Durch wunderbar alte Buchenwälder laufend, begrüßten wir das Meer, aber das Meer interessierte sich nicht für uns. Es war einfach nur da und wir freuten uns darüber.
An der Grenze zwischen Heiligendamm und Kühlungsborn lockte uns ein Imbisswagen an. Sekt für 2 €, da konnten wir nicht anders. Wir mussten erst einmal auf uns anstoßen.
Getrübt wurde die Freude allerdings durch die Hochwassermeldungen unserer Freunde aus Leipzig. In Gedanken waren wir bei allen, die gerade zu retten versuchten, was irgendwie zu retten ist. Egal ob Knauthain, Grimma, Döbeln, Dessau oder eine der anderen vom Hochwasser betroffenen Regionen, die Nachrichten, die wir erhielten (und erhalten) machten uns betroffen und scheinen angesichts der Wetterlage hier unwirklich. Wir hoffen mit Euch, dass die Maßnahmen, die ihr getroffen habt, ausreichen.
In unserer Unterkunft in KBW angekommen haben wir uns erst einmal umgezogen und ein Nudelfest veranstaltet. Die kommenden 3 Tage werden wir es ruhig angehen, obwohl, auf die 20 km (Hin- und Rückweg) nach Rerik, hätte ich schon Lust :-).
Fazit des Tages: (Ina) Es war eine wunderschöne letzte Etappe. Der Duft von Heiderosen, Jasmin und Meer umschmeichelte uns und der erste Blick auf das Meer war umwerfend. Ich war traurig, dass die Wanderschaft vorbei geht und weil ich mit meinen Gedanken in Sachsen war. (Sylvia) Die Unruhe hatte mich heute wieder fest umklammert, aber ich bin so schnell wie möglich gegen sie angelaufen. Jetzt, in der Leuchtturmstraße im Sessel lümmelnd fühle ich mich ganz ruhig, so als hätte mich jemand ausgeknipst.


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Der Beitrag wurde am 3. Juni 2013 um 23:09 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Pilgern gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.