Kurze Momente zwischendrin

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Das Bild ist ein Suchbilld. Wer als erstes im Bild findet, was nicht auf den Müll gehört, der/dem geben wir einen Kaffee oder ein Bier aus :-)…

Es raschelte am Wegesrand, es piepste aufgeregt und dann entdeckten wir ihn, einen Grünfink, der sich bei seinen ersten Flugversuchen im Gras verheddert hatte. Ina schaffte es, ihn zu fotografieren, bevor er weiterzog.

Wir laufen durch Ortschaften, in denen die Hecken wie mit einem Lineal gerade rasiert sind, die Gartenbepflanzung an Friedhöfe erinnert und in denen die Menschen uns hinter ihren Gardinen beobachten. Wenn wir sie grüßen, ziehen sie schnell die Köpfe ein.

Beim Durchwandern dieser Ortschaften, denke ich dadurch viel über meine Ursprungsfamilie nach. Ich sehe das freche Grinsen meines mittleren Bruders vor mir, wie es da sitzt, in seinem schmalen Gesicht mit den abstehenden Ohren. Oder ich denke an meine Omas, die eine unterkühlt und manipulierend, die andere, etwas wärmer, aber mit sich selbst beschäftigt und dem Alkohol verfallen. Ich sehe sie deutlich vor mir, wie ich ihr einmal im Dorf begegnete.mit ihrem Runden, etwas eingefallenem Gesicht, ihrem grauen Haarschopf und in einer blaurot getupften Dederonschürze führte sie ihren Hund an der Leine. Sie sprach etwas undeutlich, also fragte ich, ob sie ihr Gebiss vergessen hätte. Sie lachte, griff in die Schürzentasche und baute das Gebiss in ihren Mund.

Ich glaube, die Mücken im Wald hatten heute Feiertag und ich war ihr Festmahl.

Ein Kommentar

  1. Tja, man findet das Schöne auch an den hässlichsten Orten. Der hat sich sicher verlaufen und war eigentlich auf dem Weg in den Zoo… oder so ;-). Tolles Foto!

    am 01. 06. 2013 um 23:06 Uhr von Susanne

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Der Beitrag wurde am 1. Juni 2013 um 16:22 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Pilgern gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.