Ich ließ den Blick schweifen. Überall in seinem Zimmer liegen merkwürdige Tüten herum. Papiertüten, beschriftet. Solche Tüten gibt es in Amerika, meist ist dann Alkohol drin.
Er sitzt mir gegenüber, der Unbekannte. Redet. Was er sagt, klingt gut, authentisch, sehr nah. In seinen Tüten ist kein Alkohol. Ich nehme eine Tüte, öffne sie. In der Tüte sind Texte. Alles was er mir erzählt steht auf den Blättern in meiner Hand.
Ein gemeinsamer Freund betritt den Raum. Er hat ebensolche Tüten in der Hand. Der Unbekannte nimmt sie ihm aus der Hand, setzt sich in den Sessel und lernt die neuen Texte auswendig. Zwischendrin lächelt er mich an.
Ich frage den gemeinsamen Freund, warum der Unbekannte die Texte auswendig lernt. Er antwortet: „Er ist stumm. Nicht dass er nicht sprechen kann, aber er findet keine eigenen Worte. Ich such ihm die Sätze aus, aber ich weiß nicht, ob er ihre Bedeutung versteht. Über die Sätze kann er Anteil haben und ist vielleicht nicht so einsam.“