Was für ein Monat. Aus der Arbeit und eigenen Projekten durch Corona-Erkrankung herausgerissen, kaum wieder wackelig auf den Beinen – der große Schock. Der Krieg in der Ukraine, begann vor 8 Jahren, im Jahr 2014, mit der mit der Annexion der Krim 2014 durch Russland. Dem voraus ging im Winter 2013/14 die Euromaidan-Revolution, die in der Absetzung des seit 2004 von Russland offen unterstützten ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch gipfelten. Bis zum Februar 2022 beschränkte sich dieser „Konflikt“ genannte Krieg, vor allem auf  die Ostukraine und auf die von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Am 24.02.2022 beginnt die militärische Invasion Russlands, der Überfall geht weit über die bisherigen Kriegsgebiete in der Ostukraine hinaus. Gewertet wird dieser Überfall als Zeitenwende: es ist Krieg in Europa. Die Fassungslosigkeit, mit der ich am 24.02. 2022 vor dem Fernseher saß, lässt sich nur mit dem Entsetzen vergleichen, mit dem ich den Krieg im Kosovo 1998/99 und die Terroranschläge am 11. September 2001 verfolgte. Bis dahin, ich gebe es ehrlich zu, waren Kriege für mich etwas Furchterregendes, aber sie fanden weit ab meiner Lebensrealität statt. Durch die Zugehörigkeit zu Europa fühlte ich mich weitgehend sicher. Diese Sicherheit bröckelt seit Jahren, die Krisen- und Kriegsgebiete rücken näher. Mit dem letzten Rest innerer Ruhe ist es seit gestern vorbei. Putin hat die russischen Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Ich fühle mich einerseits wie gelähmt und andererseits wie in einer Parallelwelt. Ich gehe zur Arbeit, löse Tagesaufgaben und funktioniere im Außen, während mein Körper, meine Emotionen vor lauter Angst angespannt sind. Das schwächt mein ohnehin seit der Corona-Erkrankung geschwächtes System. Deshalb gilt heute mehr als vorgestern: ich darf mit der Angst umgehen lernen.

Lernen mit der Angst umzugehen

Seit Tagen beschäftigt mich, wie so viele andere auch, vor allem dieses eine Thema. Es ist was es ist und es ist Krieg. Krieg in der Ukraine. Diese Situation, die Ohnmacht gegenüber diesem Krieg, mit dem Drohszenario der Ausweitung zum 3. Weltkrieg, ist für mich eine Grenzsituation. Es besteht die Gefahr, den emotionalen Bezug zu meiner aktuellen Realität zu verlieren, wenn ich mich dem Sog der Nachrichten hingebe. Ich spüre die Anspannung in meinem Körper. Spüre, wie er von Adrenalin geflutet wird. Erinnere mich an Albträume aus meiner Jugend, in denen ich mich mehr als einmal mitten im Krieg befand. Ich zog mein Kind im Handwagen hinter mir her. Es hatte sich in der Gefahr in einen Stein verwandelt. Diese Träume sind Jahrzehnte her und doch sind ist das Körpergefühl jetzt wieder sehr präsent. Es ist wieder einmal Zeit, mit der Angst umgehen zu lernen. Ich darf und muss auf mich achten, weil ich sonst in einen Zustand von Dauerstress gerate. Das kann schnell zum Auslöser von Angstzuständen und Depression werden. Hier ist mein Wissen über die Wirkung alter Schrecken wichtig.

Mit der Angst umgehen lernen

Angst macht müde und traurig. Ich akzeptiere, dass sich diese Emotionen jetzt so heftig zeigen. Ein Grund mehr, gut für mich zu sorgen.

Meine ganz persönlichen Tools, mit der Angst umzugehen

Ich greife zurück auf meine erlernten Mechanismen zur Selbstregulation:

  • Körperspannung abbauen durch kurzes Ganzkörperschütteln, Schmetterlingsumarmung, EFT-Klopftechnik und andere SOS-Übungen.
  • Ich informiere mich gezielt über die aktuelle Situation bei ausgewählten Medien (ARD, Dunja Hayali, Monitor, Ukraine Verstehen vom Zentrum Liberale Moderne) aber ich lasse mich von den Informationen nicht so überfluten, dass ich den Kontakt zu mir verliere.
  • Mit kurzen Achtsamkeitsübungen komme immer wieder zurück in mein Jetzt: Jetzt bin ich in Sicherheit.
  • Ich sorge auch mit der Zuwendung zu Dingen die ich schön finde dafür, dass mein Adrenalinspiegel sich wieder runterfährt (Pilates, Badewanne, Spaziergang. Heute habe ich mir einen Strauß Blumen gekauft und in der Sonne einen Kaffee getrunken.
  • Gegen die Ohnmacht hilft mir: auf Demos gehen, spenden, mit Canva Social-Media-Beiträge basteln (kleine Zeichen setzen und es entspannt mich auch) und ich habe bei der Aktion Hilfe-Ukraine mein Wohnzimmer als Unterkunft für geflüchtete Menschen zur Verfügung gestellt
  • Ich versuche so weit es geht den Kontakt zu Menschen zu vermeiden, die von Angst und Panik ergriffen sind. Über unsere Spiegelneuronen verstärken wir nur gegenseitig die Angst und Panik.
  • Und das für mich Wichtigste: ich gehe sorgsam und verständnisvoll mit mir um!
Aufforderung gut für sich zu sorgen

Mit kleinen Botschaften mich und meine Follower:innen auf Instagram, LinkedIn, Pinterest und Facebook daran erinnern, dass wir aktuell noch handlungsfähig und in Sicherheit sind.

Lernen und Spaß dabei

Dieser Monat war ein richtiger Lernmonat, obwohl mich Corona für fast 10 Tage auf die Couch gezwungen hat. Aber es ist so, dass ich zum einen verdammt gern lerne und Dinge ausprobiere und zum anderen tut es mir gerade richtig gut, mich in diese Art Arbeit so richtig zu vertiefen. Das sind die Kurse und Workshops, an denen ich in diesem Monat teilgenommen habe, für die ich Aufgaben bearbeitet habe.

Mit der Angst umgehen lernen

So habe ich mich im Februar 2022 oft gefühlt: wie in einem Kaleidoskop haben sich mir meine verschiedenen inneren Anteile gezeigt. Auch wenn ich nicht immer jeden einzelnen verstehe, sie alle sind mir herzlich willkommen.

Digitalheldinnen Membership und Highway to Hero

Der Kurs Highway to Hero startete am 22.02.22 und die Membership startet am 01.03. In der ersten Hero-Woche ging es schon mal zur Sache: Es geht um das Heldinnen-Mindset. Der Kurs ist das Starterprogramm für Menschen die sich mit einem Online-Business selbständig machen wollen und so wie ich, erst einmal wenig Ahnung von Online-Business haben. Also geht es gleich zu Beginn erst einmal um Glaubenssätze und Visionen. Da konnte ich ein wenig schummeln, denn mein Visions-Board hatte ich schon im Rahmen des Branding-Kurses fertig. Also habe ich mich erst einmal mit dem Bonus-Paket Gründungs1x1 auseinandergesetzt. Was muss ich wo anmelden, welche Versicherungen sind notwendig, Planung der Finanzen. Also alles Punkte, die notwendig sind, aber mit denen ich mich nicht ganz so gern beschäftige. Aber die ersten Schritte sind getan und die todo-Liste steht.

Onlinkurs mit den digitalheldinnen

So mag ich lernen. Bequem auf der Couch und doch ganz wach.

Public Speaking Academy Online

Tobis Beck verlangt uns so einiges ab und trotzdem habe ich beim Ansehen der Lektionen den Eindruck, der Onlinekurs ist noch die weichgespülte Variante gegenüber der Live Public Speaking Academy. Nicht inhaltlich, aber von den Anforderungen her. Ich kann beim Online-Kurs 10, 20 oder 100 Mal meinen Auftritt üben, das Livetraining findet an einem Wochenende statt und da werden alle 20 Lektionen durchgespielt, live auf der Straße. Das ist noch 1000 Mal mehr über die eigene Grenze gehen. Wir üben auch, einige Teilnehmer:innen haben sich zu einer Zoom-Gruppe zusammen geschlossen. Schon allein das kostest mich enorm Überwindung, aber unter anderem deshalb mache ich das ja: Raus aus meiner Komfortzone, rein ins Abenteuer. Bisschen peinlich ist es auch, aber da hilft nur üben, üben, üben. Ein paar Mal in diesem Monat habe ich mich schon zweimal kurz Live auf Instagram an die Öffentlichkeit getraut, zum Beispiel im Interview mit meiner Greator-Coach Kollegin Cindy Lehmann. Und weil ich nicht weiß, auf welche Art ich sonst Videos hier auf meinem Blog einbinden kann, habe ich mir auch gleich noch einen YouTube-Kanal eingerichtet.

Mein Code of Honor

Das ist mein Code of Honor. Ein Ehrenkodex, mit dem ich die Spielregeln für meine Kurse aufstelle. Diesen nehmen sich meine künftigen Kursteilnehmer:innen eigenverantwortlich zu Herzen. Der Sinn dahinter: die Teilnehmenden sollen in die Umsetzung kommen und den Kurs ernst nehmen.

Erste Sprechübungen

Das mit dem Gestikulieren klappt schon ganz gut, das mit dem Sprechen noch nicht so richtig. Frau Tornau übt vor jedem Zoom-Meeting der PSAO-Gruppe erst einmal im stillen Kämmerlein.

https://www.youtube.com/channel/UClrSXYrdtN3g7Y3-U32UQ-Q Mein You Tube Kanal

So sieht er aus, mein You Tube Kanal. Ich mag es, dass ich dort einige Videos nur mit ausgewählten Menschen teile, zum Beispiel die Momo-Videos. Neu entdeckt habe ich auch, dass ich You Tube Filme auf meinem Fernseher anschauen kann. Das macht einfach Spaß.

Lernen für die eigene Seele und die berufliche Weiterbildung

traumasensible Wissensvermittlung – Gmeinsam Heilsam Verbunden

Drei Mal im Monat nehme ich an den Zoom-Meetings der Trauma-Therapeutin und Heilpraktikerin Verena König teil. Das dort Vermittelte ist gut für mich und meine Klient:innen profitieren auch davon. Das Thema des Quartals ist die heilsame Arbeit mit inneren Anteilen. Ich darf es neidlos gestehen, ich kenne niemanden sonst, der/die traumabezogene Themen so verständlich und nachvollziehbar erklärt wie sie. Neben der Wissensvermittlung gibt es immer auch kleine Übungen zur Selbstregulation und in Verbindung gehen mit sich selbst. Diese Sonntag-Abende sind inzwischen kleine Schätze für mich.

Website der Trauma-Therapeutin Verena König https://member.verenakoenig.de/start/

Falls Dich das Thema interessiert, stöbere gern mal auf der Website von Verena König rum. Im Free Membership Bereich liegen viele Übungen und Meditationen für Dich bereit. – Nein, das ist keine bezahlte Werbung, das ist pure Begeisterung!

Krisen transformieren zu Chancen – ein Spektrum hypnosystemischer Kriseninterventionen

Im Februar ging ein heimlicher Traum von mir in Erfüllung, die Teilnahme an einem Themenseminar mit Gunther Schmidt. Ich finde ja, dass so lernwillige Menschen wie ich, ein ganz persönliches Weiterbildungsbudget bekommen müssten, denn wenn das nicht in Summe so teuer wäre, würde ich die Seminare alle besuchen. Am Ende haben ja auch andere etwas davon, denn ich teile mein Wissen gern, zum Beispiel in Weiterbildungen, die ich für meine Kolleg:innen gebe. In diesem 3-Tage-Seminar ging es darum, dass Menschen in Krisensituationen bisher vertraute intrapsychische oder interaktionelle Prozesse und Lösungsstrategien plötzlich wegbrechen und/oder einfach nicht mehr wie bisher zieldienlich funktionieren. Sie versuchen dann häufig, die bisherigen Ziele und früher erfolgreichen Lösungsversuche anzuwenden, scheitern aber damit und fühlen sich dann oft so, als ob sie über keine hilfreichen Fähigkeiten mehr verfügen würden. Was ich in diesem Seminar wieder richtig spannend fand, dass es Gunther Schmidt gelingt, die „Methoden“ und Interventionen in den Ablauf des Seminars einzubauen und so für uns Teilnehmende erfahrbar zu machen. Außerdem sind viele der Interventionen auch für den Eigenbedarf, im Sinne von Selbstfürsorge, nutzbar.

Das heißt für mich übersetzt, wir Therapeut:innen und Coaches stehen als Beistand für die Beerdigung und als Geburtshelfer:innen unseren Kund:innen zur Seite.

Was mich sonst noch beschäftigt hat

Corona 1. Ab Mitte Februar durften unsere WG-Walter Kinder aus der Isolation und nach und nach kamen auch die Kolleg:innen aus der Quarantäne zurück. Eine Erfahrung, die wir nicht unbedingt wiederholen müssen, aber die Kinder und die Betreuer:innen haben das wieder einmal grandios bewältigt. An dieser Stelle ein irre großes Dankeschön an meine großen und kleinen Walterianer:innen! Ihr seid einfach richtig großartig!

Und weil ich gelernt habe, dass Fragen wichtig sind, wenn ich etwas erreichen will, habe ich eine Bitte an meine Leser:innen.

Wir suchen funktionstüchtige Laptops für unsere WG-Kinder.

Falls Du Dein funktionierendes Altgerät für unsere Kinder zur Verfügung Stellen möchtest und damit ihre Teilhabe-Chancen erhöhen willst. Schreib mir gern eine Email unter sylvia.tornau@ahb-leipzig.de. Ich setze mich dann mit dir in Verbindung.

Corona 2. Von der Enkeline eingefangen, hat mich das Virus für 10 Tage lahm gelegt. Heißt Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und eine Mattheit, dass ich an manchen Tagen gerade mal für eine Stunde die Augen offen lassen konnte, dann musste ich wieder schlafen. Die Mattheit, das überdimensionierte Schlafbedürfnis (10 Stunden und mehr) trage ich noch immer mit mir herum und dazu kommt, dass ich mitunter Wortfindungs-Störungen habe. Plötzlich ist mein Kopf ganz leer. Schön war, dass ich viele aufbauende Nachrichten bekommen habe, mir jemand einen Strauß Blumen vor die Tür legte und eine Freundin ein großes Glas super leckere Hühnersuppe vorbei brachte. Auf der Couch liegend habe ich in alten Fotos gestöbert und dabei dieses zauberhafte Bild gefunden.

Mindestens 25 Jahre her - Portrait Sylvia

Lang lang ist es her, mindestens 20 Jahre. Damals fand ich mich so gar nicht schön, aber von heute aus betrachtet: trotz des etwas finsteren Blickes: ich sah richtig gut aus :-).

Trotz Corona waren es am Ende trotzdem 22 Therapie- und 3 Coaching-Sitzungen. Im nächsten Monat will ich mal aufschreiben, wie viele Kilometer wir dafür fahren.

Büro in der AHB gGmbH Leipzig

Einer meiner Arbeitsorte – unser großer Beratungsraum in der Jacobstraße.

Momo habe ich in diesem Monat, aufgrund der Erkrankung, leider nur drei Mal gesehen und trotzdem haben wir wieder etwas Neues gemacht. Kindersport nach einem You Tube Video. Nach zweimal 15 Minuten waren wir beide ziemlich kaputt. Aber wir haben so viel und heftig gelacht dabei. Ich bin fast süchtig nach dieser wöchentlichen Dosis Enkelkind. Ach, was freue ich mich auf morgen, denn morgen ist Dienstag und Dienstag ist Momo-Tag.

  • Wir spielen mal wieder unser Lieblingsspiel: Momo ist Dirty und ich bin Stinky.

Danke fürs Lesen! Schreib mir gern in die Kommentare, wie Dein Februar war, was hat Dich bewegt.
Falls es Dir Freude macht, Rückblicke zu lesen, dann schau gern mal auf der Seite von Judith Peters nach. Unter ihrem Rückblick findest Du noch eine Reihe anderer Monatsrückblicke.

 

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