Müde von der Schlaflosigkeit – Ursache Nesselsucht.

Der August 2021.Lang ersehnt, an manchen Tagen verflucht und doch, jeden Tag gelebt. In diesem Monatsrückblick festgehalten, zusammengetragen. 

Zu Beginn

Der Monat August begann wieder einmal mit lästiger Krabbelei, die mir so manche Nacht den Schlaf raubte. Seit Jahren schlummert sie in mir und zeigt sich vor allem dann, wenn ich nicht gut für mich sorge. Nesselsucht oder wie die Fachfrau sagt: chronische Urtikaria. Sie ist wie ein lästiger Schatten der Vergangenheit und doch meint sie es irgendwie auch gut mit mir. Wenn ich zu viel arbeite, zu wenig

Lektionen in Lebendigkeit. Meine kleine große Lehrerin Momo.

spazieren gehe, das Meditieren vergesse, mich schlecht ernähre und einfach mal wieder zu viel will vom Leben. Dann zeigt sie sich mir in voller Pracht. Ich denke, so lange ich immer wieder mal in alte Muster verfalle, so lange wird sie auf mich aufpassen.

Oma sein ist fein!

Jede Woche am Dienstagnachmittag wartet eine kleine Auszeit auf mich. Kein Termin, kein sonstiges Wollen passt in diese heilige Zeit. So oft ich auch sonst bereit bin, in meinem Kalender herum zu schieben, da und dort noch ein freies Plätzchen für die ein oder andere wichtige Sache freizuschaufeln, der Dienstag Nachmittag ist heilig. Er ist meine Lernzeit. In diesen Stunden bin ich die Oma und gleichzeitig die Schülerin und das Mömel, die Enkeline ist eine gestrenge Lehrerin. Es gibt nur das Jetzt und was Jetzt gerade für sie wichtig ist. Das ist dann auch für mich wichtig. Nur der Moment zählt. „Aber wir wollen doch noch…“ gilt nicht. Sie weiß genau, dass ich das „noch“ will. Wenn es für sie nicht interessant ist, spielt es keine Rolle. Ich entdecke so viel Schönes mit ihr, an dem ich sonst achtlos vorbei hetze. Eine abgeschliffene Glasscherbe, den Glanz einer Nacktschnecke, das glibbernd klebrige von Schlammkuchen.

Was die Seele braucht – Verbundenheit!

Kleine Auszeiten mit dem Liebsten, mit Freund:innen und mit meiner Wahlfamilie dürfen in keinem Monat fehlen. Die Highlights in diesem August waren ein Abendessen in der Buffalo Ranch Neukieritzsch, ein gemeinsamer Ausflug mit Freundin zur Haarfee und ein Abend mit meiner Wahlfamilie. Coronabedingt und dem Alter der beiden Ältesten geschuldet, haben wir uns fast ein Jahr lang nicht gesehen. Auch deshalb war diese gemeinsam verbrachte Zeit ein Fest.

Ich zieh den Hut vor meiner Tochter!

Nicht mein Verdienst und dennoch bin ich jedes Mal erfreut, wenn meine Tochter einen ihrer großartigen Comics veröffentlicht. Richtig froh macht es mich, wenn sie sich manchmal in meine Wohnung einquartiert um in Ruhe zeichnen zu können. Es freut mich ungemein, dass sie trotz Studium und Kind und Partnerschaft daran festhält und sich in den vergangenen Jahren zeichnerisch unglaublich weiterentwickelt hat. Die Entscheidung für das Motiv traf die Frauenbibliothek MONAliesA. Die Beutel werden ab 01. September verkauft und mit dem Erlös wird die Arbeit der Bibliothek unterstützt.

Deutschland, Österreich, Schweiz – Meine Dankbarkeit für die offenen Grenzen ist riesig. Danke EU!

Urlaub!

Und dann war ich plötzlich im Urlaub. Naja, bevor es so weit war, durfte ich erst einmal wieder die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn genießen. Seit fast 10 Jahren fahre ich ca. einmal monatlich mit der DB und was soll ich sagen, von den geschätzten 240 Fahrten (hin und rück) waren vielleicht 50 Fahrten sorgenfrei – pünktlich, mit funktionierenden Toiletten und Klimaanlagen. Eigentlich führt mein Weg mich von Leipzig nach Trier oder Saarbrücken. Da ich so oft schon die Anschlusszüge aufgrund von Verspätung verpasst habe – fünfmal wurden die Anschlüsse sogar ersatzlos gestrichen – holt der Liebste mich jetzt in Mainz oder Frankfurt mit dem Auto ab, damit ich auch wirklich entspannt bei ihm ankomme. Dieses Mal war es nur eine Verspätung, die meine Umsteigezeit von 45 Minuten auf 3 Minuten schrumpfte. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich auch mit schwerem Gepäck am Frankfurter Hauptbahnhof von Gleis 4 zu Gleis 21 sprinten kann. Hat ja in der Nachbetrachtung auch etwas Tröstliches. So viel Sportlichkeit wurde bei einem kleinen Feuer gebührend gefeiert.

Endlich Urlaub. Geplant waren ein paar Tage am Bodensee und dann ab in die Alpen. Vorarlberg und das Ötztal und zurück über Garmisch-Partenkirchen. Am Bodensee war noch alles schick, statt Sommer Herbst, aber das war uns egal. Auch in Vorarlberg trotzten wir dem Regenwetter doch der Temperaturabfall von 14 auf 7 Grad war dann doch zu arg. Wir flüchteten von den Alpen in die Vogesen. Hier war es wärmer, regnete aber 3 Tage durch. Zeit zum Lesen, malen, Kreuzworträtseln. Heute, am letzten Tag des August meldete sich zaghaft die Sonne zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was sonst noch los war

Mein Bruder Hans kam mich mit Tochter und seinen beiden Enkelkindern besuchen. Wir hatten uns vor einigen Jahren wiedergefunden und seine Tochter habe ich zum letzten Mal gesehen, da war sie 3 Jahre alt.

Der Wahlkampf „tobt“ auf Nebenschauplätzen, alle Parteien haben ihre Glaubwürdigkeit verloren und der einzige Grund für mich trotzdem wählen zu gehen ist die AFD. Nicht wählen stärkt die Partei, die ich am liebsten bei unter 5 Prozent sehen möchte.

Afghanistan. Seit Monaten warnen Politikwissenschaftler:innen und NGOs oder die Künsterler:innen des Zentrums für politische Schönheit vor der von den Taliban ausgehenden Gefährdung für die ehemaligen Mitarbeiter:innen und Unterstützer:innen. Aber die deutsche Politik war wieder einmal ahnungslos oder – und das scheint mir sehr wahrscheinlich – ein plötzlicher Anstieg berechtigter Asylverfahren würde unter Umständen die Stimmen von Wähler:innen kosten. Da sind wir doch lieber überrascht, bedauern die Menschen im Stich lassen zu „müssen“ und wenden uns der innerdeutschen Tagesordnung zu.

Die Kinder der WG waren gemeinsam mit 4 Betreuer:innen eine Woche im Urlaub. Alle hatten Spaß, doch während die Kinder gern noch geblieben wären, waren die Kolleg:innen „pritscheplatt“. Während dieser Zeit wurde einiges in der WG umgestaltet. Aus zwei Kinderzimmern zauberte unser Hausmeister Micha, im Teamwork mit BFDine Maike und Praktikantin Lia, wunderschöne Jugendzimmer.

Ach ja, auf Grund von Urlaub und Krankheit waren es in diesem Monat „nur“ 13 Therapiesitzungen. Aber ehrlich, die Pause tut mir gut und im September gehe ich mit neuer Kraft und neuen Ideen und voller Freude wieder an die Arbeit.