Zwischenräume

15. Februar 2013 um 02:01 Uhr

wenn in der Nacht
Regen an das Fenster klopft
lohnt es nicht, den Mond anzuheulen.
wenn die Sehnsucht die Seele umarmt im Fiebersturm
hilft es nicht das Herz mit Schnee zu kühlen.

wenn die Erde auf dem Feld unter Herbststürmen ächzt
wenn die Vögel gen Süden fliegen
wenn die Astern welken und der Frohsinn Winterschlaf hält
flieht die Leichtigkeit das Haus
Einsamkeit quillt aus vertrauten Wänden.

wenn am Morgen
alte Sterne aus geöffneten Augen fallen
sammle sie ein
wenn das Herz
um sich schlägt im Rhythmus des Erwachens
höre ihm zu

 

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Unterwegs

15. Januar 2013 um 00:50 Uhr

Nachtlichternde Stadt
leuchtet Traumfängern
fremde Leben im Schatten
dröhnender Keller.

Vom Tag nicht satt
Nachtschwärmer suchen
unerfüllbaren Träumen
zu entgleiten.

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von dir zu mir

3. Januar 2013 um 14:21 Uhr

dein wacher Blick
deine zärtlichen Hände
deine Worte webten den Vorhang
hinter dem ich verschwand.

Es schmerzt
den wärmenden Vorhang zu zerschneiden
mir selbst sichtbar zu werden.

Weg von dir
öffnet den Weg zu mir.

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weißer Tiger

31. Dezember 2012 um 13:13 Uhr

Meine Gazellenseele stolpert
über den Graben deines Schweigens
der fette weiße Tiger schlägt
seine Zähne in meine Lenden
die Krallen fest gepresst
in mein schnellschlagendes Herz

Angst heißt mein Feind
Angst ist der Name des weißen Tigers

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Frau aus Stein

22. Dezember 2012 um 15:18 Uhr

Frau aus Stein
Klotz am Bein.
Frau ruht
sanft.

Unter dem Stein
bewegt sich ein Bein.
Bein tritt gegen Stein.

Stein bricht.
Bein bricht.
Frau schreit
Steine an.

 

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Vogel frei

27. November 2012 um 00:04 Uhr

Du sangst ein Lied
in einer fremden Sprache
öffnetest mein Herz
Ich lies dich ein
in mein Lebenshaus.

Wenn ich weinte
schlugst Du mit den Flügeln
wenn du den Kopf einzogst
tanzte ich für dich.
Unmerklich dein Gesang verstummte
Schweigen veränderte uns.
Immer seltener ließ ich
Tür und Fenster offen
immer seltener
schlugst du mit den Flügeln.

Gestern
das Feuer im Kamin uns wärmte
in deinen Tränen
unsere Träume zerfielen.
Mein Herz wurde schwer
unsere Träume zerfielen.

Heute
mein Freund
flieg.

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Was bleibt?

26. November 2012 um 19:46 Uhr

Du sagtest
Freunde
und meintest
Absoultion.

Ich sagte
Vergebung
und meinte
bleib.

Jetzt schweigen wir beide.

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Es ist was es ist

20. November 2012 um 16:28 Uhr

jedes Ende ein Anfang
vor einem Ende

was wir träumten, verloren
der Teppich der uns trug, verbrannt
der Boden ist hart jetzt
meine Füße frieren.

kein sorgender Blick
kein Streicheln
keine wärmende Haut
dein Lachen verhallt.

 

dein Geruch am Sessel haftet
deine Schuhe im Flur
der Drache wartet noch immer
auf seinen ersten Flug.

Vor jedem Anfang ein Ende.

© Sylvia Tornau, 2012

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Abschied von Inken

13. April 2012 um 18:39 Uhr

26.11. 2011

54 °13’N
+ 12°06’E

 

 

 

 

 

 

Im Lebensfluss dein Lachen wurde ruhiger,
dein Blick leuchtete
deine Hände waren stetig
zupackend und zuverlässig.

Wir sind uns begegnet
Vergangene Tage warfen lange Schatten.
Wir sind uns begegnet
Lebensgier wucherte unbeschnitten

Du liefst über heißen Sand
Bevor Deine Stunde gekommen
Fuhrst übers Meer den Träumen entgegen
Die Segel gebläht im Wind von Südwest

Hoffnungsfetzen hingen zwischen Morphiumbeschuss und Schmerzattacken
Nur dein Blick erinnerte noch an ungebeugte Kräfte,
flehte zornig und bat um Erlösung.

Wir sind uns begegnet
Nacht atmete Sterne über uns
Wir sind uns begegnet
Zeitwehe zwischen heute und anderswo

Fahr übers Meer jetzt
Deine Stunde ist gekommen
Zu Wasser lassen wir deine Asche
Ziehn fort mit geblähtem Segel Richtung Nordost
Der aufgehenden Sonne entgegen.

© Sylvia Tornau

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Zeit

4. Juni 2011 um 16:21 Uhr

Die Zeit ist wie eine Feder:
Unter Spannung schnellt sie an uns vorbei und wir hetzen atemlos hinterher.
Ohne Spannung verharrt sie reglos
und beschert uns endlose Momente.

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