Heilung oder Erweiterung der Lebensfähigkeit

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„Ich denke also nicht an >Heilung< der Frühstörungen, die ich nach vielen Jahrzehnten psychiatrischer und psychotherapeutischer Erfahrung für ausgeschlossen halte. Vielmehr geht es mir um eine Eingrenzung und Milderung vorhandener Fehlentwicklungen und vor allem um einen kompetenten Umgang mit der vorhandenen Behinderung..." aus: Hans-Joachim Maaz "Die Liebesfalle" Endlich redet mal jemand Klartext. Die Heilsversprechungen von TherapeutInnen haben mich immer geärgert. Weil nicht zu heilen geht, was nicht vorhanden ist, zum Beispiel Grundvertrauen. Lernbar ist Vertrauen trotzdem, allerdings gehört dazu auch das Lernen von Achtsamkeit. Das Vertrauen ohne vorhandenes Grundvertrauen ist schneller und leichter zu erschüttern und zu verunsichern, als auf Grundvertrauen basierendes Vertrauen. Also ist es wichtig, die (möglichen) Faktoren für die Erschütterung/Verunsicherung des Vertrauens a) wahrzunehmen, b) als solche zu identifizieren und c) Handlungsmuster zu entwickeln, die einen angemessenen Umgang damit ermöglichen. Das geht nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit. Trotzdem ist es möglich. Und trotzdem wird das fehlende Grundvertrauen nicht geheilt. Aber sich selbst und anderen vertrauen zu können, macht das Leben um ein Vielfaches lebenswerter.


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Der Beitrag wurde am 20. Juni 2013 um 20:33 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Arbeitsfelder gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.