alltag anders

hüpf mein herz
und sing mit mir
hilf laut der hoffnung tönen

die kinder am fenster
sie hocken
sie bocken
und schreien und weinen
das eine sehnt sich
das andere kneift sich
das dritte zertritt sein spiel
und eines ganz still in der ecke
reißt sich die haare vom kopf

doch die Straße bleibt leer
blühende magnolien
welkende narzissen
sie neigen wie zum gruß die köpfe im wind
ein streunender fuchs streift
über den asphalt
auf dem die kreidestriche langsam verblassen
himmel und hölle sprangen wir gestern

hüpf mein herz
hör nicht auf zu singen
gib mir die kraft für das hütende tun

den kindern reich ich die hände
sie fragen
sie sagen
und sie spielen und kreischen
das eine nimmt pappe
das andere stifte und kleister
ein drittes packt glitzer darauf
und eines ganz still in der küche
backt kekse für die pause mit mir

so neigt sich der tag
wir bauten ein haus im haus
darin ruhe zu finden
und nähe
und eine ahnung von geborgenheit
die kinder ruhig atmen
wenn der Mond die kahlen stellen
ihrer köpfe bescheint

hüpf mein herz
zum mond und zurück
und trag mein lied
zu den meinen
die fern von mir schlafen
in einem bunten haus im haus

© Sylvia Tornau

Anegregt von den Autorinnen Rea Gorgon und Cornelia Becker auch von mir ein Nachtrag zum Welttag der Poesie 2020

Mein Dank gilt all meinen Kolleg*innen, die jeden Tag an der Seite der von uns betreuten Kinder stehen. Auch Ihr seit Heldinn*en


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Der Beitrag wurde am 22. März 2020 um 16:17 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Aktuell, Lyrik gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.