Iphigenie

Mein Name ist Frau.
Ich bin ein Körper.
Einer der definiert wird.
Von anderen.
Ich bin das Gefäß für den Auswurf derer die definieren.
Auf diesem Körper wurde Geschichte geschrieben.
Blutige Geschichte.
Geschichtsbücher schreiben aus blutigen Kriegen Poesie.
Meine Geschichte ist eine andere, dieses Blut gerinnt nicht zur Poesie.

Meine Stimme – verstummt.
Ich schweige mich durch die Zukunft die auch Vergangenheit heißt.

Alles hat seinen Ort:
Die Frau ist der Körper und der Körper ist der Ort aller die nicht Frau sind.
Der Ort des Körpers der Frau ist die ßffentlichkeit.
Nur eine nackte Frau ist eine gute Frau.
Nackt macht mich fremd.

Ich bin die Zerstörte die sich nach Zerstörung sehnt.
Vor jedem Neuanfang braucht es Zerstörung.
Das habe ich aus eurer Geschichte gelernt.
Das ist meine Hoffnung.

© Sylvia Tornau, 2003


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Der Beitrag wurde am 20. November 2007 um 23:01 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Lyrik gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.