Über mich

12. Mai 2007 um 16:05 Uhr

Träumerin – den Namen hat mir die Stasi verpasst, als ich ein romantisches Küken war, nicht wusste wohin im Leben und mir eine Karriere als Künstlerin erträumte: also schrieb ich, malte, fotografierte, stand Modell, trank viel Wein und wollte partout nicht einsehen, warum ich arbeiten gehen sollte, wo es sich doch so gut leben ließ vom Lederröcke nähen. Was ich erst später las: der Staat in Form von Stasisten und -innen lebte an meiner Seite mit und verpasste mir den Namen Träumerin. Nicht viel übrig von der Heimat die keine war und trotzdem Identität stiftete. Aber auch wenn es das Land mit seinen merkwürdigen Ausprägungen nicht mehr gibt und meine Identität inzwischen fetter geworden ist, die Träume sind mir geblieben: die Grauseligen ebenso wie die Wunderbaren.

Realistin
Ich bin 41 Jahre alt, habe eine bezaubernde 18jährige Tochter und stolpere gerade offenen Auges in die so genannte Mitlife crisis. Soll heißen: das Kind ist groß und ich weiß immer noch nicht, was ich mal werden willâ?¦

Die Künstlerinnenkarriere habe ich mir nach der Geburt meiner Tochter schnell abgeschminkt und habe mich um Ausbildung und Karriere gekümmert und viel ausprobiert und parallel gelebt: Fotografin, Journalistin, Medienpädagogin, Feministin, Vereinsvorsitzende, Autorin, Studentin, Dozentin. Seit 6 Jahren arbeite ich Sozialpädagogin/Familienhelferin, als aufsuchende Familientherapeutin, als stellvertretende Teamleiterin und nebenberuflich als systemische Beraterin, Mediatorin und Dozentin. Ich überarbeite mich oft, weil ich Stillstand nicht ertrage, obwohl ich mich mitunter danach sehne, vom Schnellzug des Lebens einmal auf einer Alp abzuspringen und im Blumenmeer zu versinken. Bei meinem Talent lande ich dabei wahrscheinlich auf der Wiese im Kuhfladen.

Suchende
Neben Kind und Beruf und Partnerschaft interessiere ich mich für:
Leben (Feminismus, Flora, Fauna, Kommunikation, Überleben, Hoffnung gebären – sehr schmerzhaft)
Literatur
(Lesen, Schreiben)
Film (Spielfilm und Doku)
Musik (Klassik, Punk, Ska, Dead Can Dance – Lisa Gerrard)
Malerei (Realismus und Surrealismus; quitschebunte Mandalas)
Sport (Joggen, Yoga, Segeln)
Politik (Antirassistische Bildungsarbeit, Soziokultur, soziale Entwicklungen)

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