#ichtraumich – Tag 10

11. Januar 2018 um 20:10 Uhr

Aufgabe: Dein persönliches Highlight 2017

Unterwegs

Ich reise gern. Unterwegs zu Orten die mir unbekannt. Meist erreiche ich das jeweilige Ziel mit Flugzeug, Zug oder Auto, wobei Letzteres mich anstrengt, wenn ich selbst fahren muss.

Mich zieht es in die Natur, in unberührte Landschaften, gern gespickt mit alten Steinen von Burgen, Schlössern, Kirchen. Städte, laut, meist schmutzig und verschlingend, trennen mich von meinem Grund. Ein unbestelltes Feld, die modrige Finsternis eines Waldes, ein Bach, ein Fluss, ein See und über allem der Himmel, lassen mich Unendlichkeit glauben. Was zurückliegt, was geschieht, was kommt, die Tier- und Pflanzenwelt eint es. Hier spüre ich, dass ich zum Kreislauf Leben gehöre. Die Landschaft ummantelt mich. Hier fühle ich Geborgenheit.

In meinen jungen Jahren reiste ich mit Auto und Zelt. Eine Nacht auf einem Ameisenhügel hat mir das Zelten verleidet.
Vor zehn Jahren entdeckte ich das Reisen mit dem Boot. Egal ob Jolle oder Kreutfahrtdampfer, in diesen Augenblicken zählt nur: über mir der Himmel, unter mir das Wasser. Schwankend durch die Zeit schippern.
In den vergangenen fünf Jahren fand ich zum Wandern. Ich laufe gern. Erreiche mein Ziel Schritt für Schritt in Echtzeit. Versinke im Weg, in der Anstrenung, in der Berührung von Sonnenlicht, im Geruch des Waldes, in den Unterhaltungen unsichtbaren Getiers. Ausgeliefert dem Wetter, der eigenen Kondition. Frei von Zwängen.

2017 verliebte ich mich in das Reisen mit dem Wohnmobil. Fahren, bis der Körper nicht länger sitzen mag. Fahren bis eine Stimme in mir sagt: An diesem Ort will ich bleiben. Ein Wohnmobil bietet den Komfort eines magischen Zeltes. Tisch, Bett und Küche unter einem Dach. Die Ausstattung erinnert an eine Kajüte. Jedes Fleckchen genutzt für Stauraum, alles holzverkleidet. Da wir Muggel bekanntermaßen nicht apparieren können, haben wir Räder unter unser Zelt gebaut.
Ob Frankreich, Niederlande, Luxemburg oder Deutschland, mit dem Wohnmobil habe ich Landstriche entdeckt, die mir ohne verborgen geblieben wären. Wir folgten den Wegweisern am Straßenrand. Sahen Ausstellungen – Van Gogh, Chagall, Paula Moderssohn- Becker – die mir ohne diese Hinweisschilder entgangen wären. Wir fuhren verlassene Straßen und fanden alte Ortschaften, in denen außer ein paar Mönchen niemand mehr wohnt. Wir schliefen an vielen Wassern. schliefen an Berghängen zwischen duftendem Wein. Reisen mit dem Wohnmobil bedeutet: Mich von unbekannten Wegen verführen lassen. Bleiben, wo es gefällt. Nachts Sternenhimmel, Lagerfeuer und das schützende Bett so nah.

Getauft haben wir das Wohnmobil auf den Namen »Die Villa«. Für mich der Inbegriff von Luxus, Freiheit, Lebensfreude. Mit der Villa reisten wir im Juli durch Südnorwegen. Norwegen gehört zu meinen Sehnsuchtsländern. Die Schroffheit der Fjorde, das unbesiedelte Land, die Unberechenbarkeit des Wetters, das klärende Licht – all das trifft in mir auf Widerhall, wie ein Spiegel meiner Seele. Hier empfinde ich, was ich selten empfinde: Ich bin angekommen. Ich bin zu Hause.

Die Berührung eines Gletschers, eine Begegnung mit freilaufenden Elchen und das lustvolle Verspeisen selbst gefangener Bachforellen vollendeten diese Reise, machten aus ihr mein Highlight 2017.

 

#ichtraumich – Tag 9

10. Januar 2018 um 01:11 Uhr

Aufgabe: Dein Lieblingsblog

Eigentlich, eigentlich müsste, sollte, wollte ich an dieser Stelle Eigenwerbung machen. Allerdings habe ich meinen Blog tatmoor in den vergangenen Jahren sehr vernachlässigt. Das wird sich in diesem Jahr ändern. Vorgenommen habe ich mir im Anschluss an diese Challenge, mindestens 1-2 mal im Monat etwas einzustellen.

Einen Lieblingsblog habe ich nicht, sondern gleich drei. Die verlinke ich euch hier, damit ihr selbst reinschnuppern könnt.

Alphabettinen Hier schreiben Autorinnen aus Berlin und Brandenburg. Auf den Blog aufmerksam wurde ich durch Claudia Breitsprecher, die mit mir gemeinsam im Beirat der Autorinnenvereinigung e.V. tätig ist und selbst dort schreibt.

Meraner Tagebuch Auf diesem Blog schreibt die von mir sehr geschätzte Autorin und ehemalige Vorsitzende der Autorinnenvereinigung Jay M. Walther. Vor allem die „Fluchtlinien“ – autobiographisch und wie so viele Texte dieser Autorin sprachlich grandios – haben es mir angetan.

Ebenfalls durch die Autorinnenvereinigung e.V. – durch eine von uns in Leipzig organisierte Jahrestagung auf der sie als Autorin und Mitwirkende einer Podiumsdiskussion Gast war – bin ich auf Ninia la Grande aufmerksam geworden und stöbere seitdem regelmäßig und mit großem Vergnügen auf ihrem Blog rum.

#ichtraumich – Tag 8

9. Januar 2018 um 20:06 Uhr

Aufgabe: womit schreibst/liest du?

Wie bei vielem in meinem Leben bin ich in der Auswahl meiner Handwerkzeuge nicht festgelegt. Ich lese Bücher in allen Ausführungen. Taschenbücher, Gedichte auf Loseblattsammlungen ebenso wie in Büchern, auf Blogs, an Litfaßsäulen. Ich kann im stehen, liegen und wenn ein Buch mich richtig packt beim Laufen lesen.

Fachbücher lese ich meist an einem Tisch, weil ich mir da regelmäßig Notizen mache.

Bücher die ich rezensiere oder zu meinem Vergnügen lese, lese ich erst an einem gemütlichen Ort (Couch, Sessel, Bett, Café oder im Zug), meist läuft nebenbei leise klassische Instrumentalmusik, das hilft mir den Kopf auszuschalten und mich in die Geschichte zu versenken. Das zweite Mal lese ich das Rezensionsbuch am Schreibtisch, da bin ich konzentriert und mache nebenbei Notizen.

Ebooks lese ich bevorzugt wenn ich auf Reisen oder gerade knapp bei Kasse bin, weil das wesentlich preiswerter und leichter zu tragen ist als eine Büchertasche.

Bei Aufräumarbeiten, Fenster putzen und zum Abschalten vorm einschlafen höre ich gern Hörbücher.

Egal was und wie ich lese (höre), ich schlafe nie dabei ein. 🙂

Zum Schreiben nutze ich Zettel, Notizbücher, Computer, Laptop oder Tablet. Fällt mir beim Spaziergang etwas ein, tippe ich es in mein Handy (ColorNote), fällt mir etwas ein, während ich Auto fahre, spreche ich es in Writer+. Das Programm wandelt Gesprochenes in Schrift.

Die erste Fassung eines Fachartikels tippe ich in den Computer in eine Word Datei und überarbeite mit Papyrus. Das hat etwas damit zu tun, dass ich am Computer automatisch im Arbeitsmodus, sprich kopfkonzentriert bin, was mir für einen Sachtext wichtig ist.

Die erste Fassung einer Kurzgeschichte schreibe ich mit der Hand. Das kann ich überall zu Hause gut, wo ich mich wohl und gut beschützt und entspannt fühle (Bett, Couch, Sessel), aber es geht auch am Strand, auf dem Balkon, in einer Ferienwohnung. Hauptsache ich bin ungestört. Auch hier läuft im Hintergrund Musik, bei der ich meine kritischen Stimmen ausschalten und mich auf mein Phantasieuniversum einlassen kann. Ab der zweiten Fassung, bei der dann wieder volle Konzentration gefordert ist, arbeite ich mit dem Computer in Papyrus. Letzteres vor allem wegen der großartigen Überarbeitungshilfen, die dieses Programm bietet.

Egal ob lesen oder schreiben, ohne Brille geht nichts mehr.

#ichtraumich – Tag 7

7. Januar 2018 um 21:25 Uhr

Aufgabe: Zeig uns Dein Haustier

Nichts leichter als das. Es ist stubenrein, sagt nichts, braucht nichts, erfreut mich täglich und ist einfach süß:

#ichtraumich – Tag 6

um 02:06 Uhr

Aufgabe: Wofür bist du dankbar?

Zuerst einmal bin ich all den Vorausetzungen dankbar, die Dankbarkeit überhaupt erst ermöglichen: ich lebe, ich bin gesund (soweit ich das weiß ;-)), ich atme, fühle, spüre, ich kann denken, träumen, sehen, riechen, schmecken, tasten. Ich habe ein Dach über dem Kopf, muss nicht frieren oder hungern, lebe in einem noch immer friedlichen Land und habe die physischen und psychischen Kapazitäten, sprich die Freiheit, mich überhaupt mit einer solchen Frage auseinander setzen zu können/dürfen und dies auch noch in die Welt senden.

Ich bin dankbar für ein wunderbares erwachsenes Kind mit großem Herzen, einem starken Willen, faszinierenden Verstand, einem ansteckenden Lachen und einem verzaubernden Wesen.

Ich bin dankbar für all die inspirierenden, klugen und warmherzigen Menschen die mein bisheriges Leben begleitet haben, begleiten und begleiten werden (FreundInnen, PartnerInnen, WeggefährtInnen, KollegInnen, LehrerInnen, Zufallsbekanntschaften) die mich, mein Leben, meine Sicht auf Leben, meine Sicht auf mich, auf Beziehungen, einfach auf alles was zum Leben gehört mit geprägt haben und von denen ich hoffe noch viel lernen zu dürfen. Danke dafür, dass ich durch und mit euch zu einem lebensfrohen Menschen werden durfte.

Ich bin dankbar für die engagierten KollegInnen in meinen beiden Teams, für den Träger bei dem ich arbeite und bei dem ich mich so wohlfühle, dass selbst die Punkerin in mir (fast) jeden Tag freudvoll auf Arbeit geht.

Ich bin dankbar für die in jeglicher Hinsicht bezaubernden Begegnungen mit den von uns betreuten Kindern, von denen ich ebenfalls viel lernen darf und die mir helfen, immer wieder die Perspektive des Kindes einnehmen zu können, sei es durch ihre Freude, ihren Schmerz, ihre Neugier oder durch ihre Art mit dem was ist umzugehen.

Ich bin dankbar für das Vertrauen und die Offenheit der Menschen mit denen ich therapeutisch arbeiten durfte und darf, denn durch sie lern(t)e ich viel über das Wesen des Menschen, über mich selbst und über die unterschiedlichen Arten mit schönen und widrigen Umständen umzugehen.

Ich bin dankbar für jede Schreibzeit in der es mir gelingt, mich schreibend zu sortieren und an einer Geschichte, einem Thema dran zu bleiben. Ich bin dankbar dafür, das Lesen und Schreiben für mich in jungen Jahren als Welterweiterung entdeckt zu haben und dafür, dass mich der Drang danach nie ganz verlassen hat.

#ichtraumich – Tag 5

6. Januar 2018 um 13:14 Uhr

Aufgabe: Zeig uns dein Lieblingscover

Ich mag es immer noch gern edel. Die Box aus Leinen, der Umschlag schwarzes Leinen umhüllt von durchsichtigem Schutzumschlag auf dem ganz schlicht der Titel steht.

#ichtraumich – Tag 4

5. Januar 2018 um 19:57 Uhr

Aufgabe: Dein liebster Buchcharakter

Dies ist eine unmögliche Aufgabe. Als Vielleserin haben mich so viele Figuren begleitet, inspiriert, fasziniert. Für mich gibt es da nicht die eine Figur. Wenn ich aber etwas genauer hinsehe, gibt es etwas, was all die Figuren, die mir so spontan einfallen, verbindet.

(An dieser Stelle entschuldige ich mich bei allen, die mir jetzt nicht spontan einfallen, aber ganz sicher morgen oder übermorgen, denn diese Aufgabe trägt das Potential mich noch ein wenig länger zu beschäftigen.)

All meine Lieblingsfiguren sind schräg, eigen und ganz von innen heraus getrieben. Sie halten sich an Gesetze, insoweit, als sie ihnen sinnvoll erscheinen. Sie brechen Gesetze, wenn es ihnen notwendig scheint. Manchmal sind sie ganz liebenswert, manchmal eher schroff und kantig. Sie alle kämpfen auf die eine oder andere Weise um ihr Leben, um das Überleben und treten meist auch für andere ein. Sie sind allein, weil sie den Zugang zu anderen nur schwer finden, dieser ihnen verwehrt wird oder sie nie gelernt haben zu vertrauen. Im Verlauf der Geschichten gelingt es ihnen aber Partnerinnen und Wegbegleiter zu finden (oder sie lassen zu, gefunden zu werden) und so entstehen neue Beziehungen, immer auf Augenhöhe, nie in Abhängigkeit. Sie sind starke Persönlichkeiten mit Fehlern und Schwächen und Macken, aber sie sind nicht kleinlich oder nachtragend (und sind sie es dich mal, merken sie es und korrigieren). Im Grunde sind sie alle Kinder (oder haben sich das Kindliche bewahrt), jenseits aller guten und schrecklichen Erfahrungen, die Kinder machen (müssen). Im Grunde sehnen sie sich nach Frieden und Liebe und Freundschaft und Lebendigkeit, aber sie akzeptieren, dass das Leben so ist, wie es ist. Sie alle sind Handelnde, die mit Bösartigkeit, Schicksalsergebenheit und zelebrierter Hilflosigkeit nichts anfangen können und wollen. Sie sind neugierig, interessiert an allem und jedem und sie sind auf ganz verschiedene Arten intelligent und weise.

Von diesen Figuren rede ich:

Pipi Langstrumpf von Astrid Lindgren. Momo von Michael Ende, Sam (Begleiter von Momo) aus Tolkiens Herr der Ringe. Hagrid, Hermine, Ron, Harry usw. aus J.K. Rowlings Harry Potter, Anouk aus das Leben mal eben von Nicola Huppertz, Grace aus der Monkeewrench Reihe vom Autorinnenduo P.J. Tracy, Adamsberg (der Wolkenschaufler), Camille und Danglard, aber auch Kehlweiler und die Evangelisten von Fred Vargas, Lisbeth Salander von Stieg Larsson, Ida Waschinsky aus Himmel und Erde von J.M. Walther und natürlich darf in dieser Liste das Trio Kate, Alex und Nadia nicht fehlen, aus Isabel Allendes Trilogie Die Stadt der wilden Götter.

Während ich dies schreibe, wird mir ganz warm und froh, so viele wunderbare Gestalten und ich weiß, ein paar Schüchterne oder Jene, die nicht gern im Rampenlicht stehen, werden sich bald in mir zu Wort melden.

#ichtraumich – Tag 3

3. Januar 2018 um 18:17 Uhr

Tag 3 – Aufgabe: Zeig uns dein Gesicht

#ichtraumich – Tag 2

2. Januar 2018 um 23:42 Uhr

Tag 2 – Aufgabe: Deine wichtigsten Projekte 2018

In den beiden von mir geleiteten WG-Teams geht es in diesem Jahr vor allem um Teamentwicklung, das Herstellen von Kontinuität und Handlungssicherheit. Dafür plane ich interne Weiterbildungen und Teamentwicklungsmaßnahmen.

In Bezug auf das Schreiben möchte ich meinen Blog beleben und mich mehr mit der Planung eines größeren Projektes beschäftigen, da ich mich bisher immer in den einzelnen Handlungssträngen verheddert habe.

#ichtraumich

1. Januar 2018 um 21:34 Uhr

Als ich von der Autorin Melanie Huemer zur „Trau dich“ Challenge 2018 eingeladen wurde, war mein erster Impuls: ‚ja klar, ich habe noch nie an einer Challenge teilgenommen. Kann ich ja mal machen.‘ Ohne zu wissen, worum es geht. Nach Veröffentlichung der Aufgaben hätte ich am liebsten einen Rückzieher gemacht. Weil ich aber kein Feigling bin, lasse ich mich auf dieses Januarabenteuer ein, ganz im Sinne der von mir sehr geschätzten Autorin Jay M. Walter: „…einfach den Fuß in eine andere Spur mal setzen, und ausprobieren, was wir für richtig halten.“

Heute also ist es soweit. Tornau: Go.

Tag 1 – Aufgabe: Mein Vorsatz 2018

Der für mich wichtigste Vorsatz: Arbeit und Schreiben miteinander vereinbar machen. Heißt konkret: die Wochenenden sind dem Privatleben und dem Schreiben vorbehalten. Eine Stunde in der Woche widme ich mich meinem in den vergangenen Jahren vernachlässigten Blog (hierfür kann die Challenge ein gutes Übungsfeld sein) und 2 Stunden in der Woche blocke ich für meine Aufgaben als Beirätin der Autorinnenvereinigung.

Für die Gesundheit steht als wichtiges Projekt die Rauchfreiheit und damit die Befreiung von einer Sucht an. Nein, ich habe gestern nicht meine Zigaretten weggeworfen. Ich plane für Ende Mai ein Pilgerreise und will die Chance nutzen: meine Weggefährtin ist Nichtraucherin.

Soviel heute von mir zu meinen Vorsätzen fürs neue Jahr.