#ichtraumich – Tag 23

24. Januar 2018 um 00:02 Uhr

Aufgabe: Dein größter Wunsch, Deine Herzensangelegenheit 2018

Jetzt kommt die Zeit der Redundanz. Ich wiederhole mich, auch für mich: Neben meiner Arbeit, die auch ein Herzensprojekt von mir ist, will ich 2018 mein 2016 begonnenes Sachbuch beenden, das Exposé dazu schreiben und es dann in die Welt schicken. Das muss jetzt erst einmal fertig werden und dann und dann und dann werde ich mich an meinen ersten Roman wagen.

So, allein dafür hat sich diese Challenge doch gelohnt: meinen geheimsten Wunsch, der eine gehörige Portion „ich trau mich“ erfordert, so richtig öffentlich zu machen. In meinem Beruf als Therapeutin habe ich eine Handlungssicherheit – bei allem Nichtwissen, das dazu gehört – die ich in Bezug auf das Schreiben noch lange nicht habe. Das erfordert alles eine gehörige Portion Selbstdisziplin oder, wie ich heute gelernt habe: Fokussierung und jede Menge Stress mit dem inneren Kritiker Und ich sage nur, das ist ein echter Typ, so ein Zeitgenosse, dem ich im wahren Leben am liebsten permanent auf die Mütze hauen wollen würde, aber da gibt es das klitzekleine Problem, der hockt in mir, ist somit für tätliche Angriffe unerreichbar und der Typ nutzt das schamlos aus. Aber 2018 mache ich ihn fertig. Versprochen. Ihm und mir. 🙂

#ichtraumich – Tag 22

22. Januar 2018 um 14:29 Uhr

Aufgabe: Dein liebster Schreib/Leseplatz

Ich sitze gern zu Hause an meinem Schreibtisch, er ist fast 2 meter lang und an den Wänden habe ich Pinboards für Fotos, Entwürfe und ähnliches. Allerdings fällt mir zu Hause eben auch oft ein, was ich denn sonst noch so alles an diesem Tisch erledigen müsste, könnte, sollte.

Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt, 2-3 mal im Jahr Schreiburlaub zu machen. Heißt ich fahre an an einen Ort zum Wohlfühlen, an dem ich außer Schreiben nichts vorhabe.
In den letzten Jahren hat sich die Feriensiedlung in Kell am See zu meinem Lieblingsschreibort gemausert. Kleines Haus mit 3 hellen Zimmern, große Fenster und Blick auf den See. Für die kalten Tage gibt es einen Kamin. Ich fühle mich wohl und das Wichtigste: ich bin ungestört, nicht abgelenkt, denn selbst das Internet funktioniert nur, wenn ich den Hügel rauf klettere.

#ichtraumich – Tag 21

21. Januar 2018 um 18:27 Uhr

Aufgabe: Was oder wer inspiriert dich?

Laut Wikipedia bedeutet Inspiration ‚Beseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘ vgl. spiritus ‚Atem‚. Allein das inspiriert mich. Von etwas beseelt sein, mit dem Atem der Hierwelt die Tore zur Anderwelt öffnen… Das weckt eine Sehnsucht in mir. Mich einlassen auf das Andere, auf etwas das ich nicht bin und doch auch bin.

Ganz pragmatisch betrachtet, inspiriert mich sehr viel: Menschen denen ich begegne, Gespräche, Gesten, Mimik. Gefühlsäußerungen und Konflikte und die Art, wie andere damit umgehen. Die Eigenheiten schon ganz kleiner Kinder. Der Wind. Es gibt im Frühjahr, Sommer und Herbst diesen Scirocco, dieser lockende Sehnsuchtswind, der in mich eindringt, mir Haut und Seele streichelt. Der weckt die Sehnsucht in mir, Sehnsucht nach dem Unterwegs sein, weiterziehen. (Ja der Film Chocolat hat mich sehr berührt, weil er diese Sehnsucht zeigt). Mich inspiriert die Natur, wenn ich wandern bin. So verschiedene Landschaften, so alt, so getränkt von Zeit. Alte Steine, Grafitti, Hinweisschilder, Ortsnamen, all das kann mich beseelen. Aber manchmal ist es auch ein Buch, ein Gedicht, ein Satz, ein Wort, das etwas in mir zum klingen bringt, etwas anstößt, eine Idee in mir erweckt. Leider bin ich noch viel zu oft undiszipliniert und notiere die Ideen viel zu selten. Ich hoffe, dies ändert sich jetzt, denn seit kurzem nutze ich eine App, die fast fehlerlos Gesprochenes in Schrift wandelt. Das geht auch beim Laufen oder unterwegs sein und es geht vor allem schneller, als ich auf einer Tastatur tippen kann.

#ichtraumich – Tag 20

20. Januar 2018 um 13:17 Uhr

Aufgabe: Deine persönliche Leseempfehlung. Autoreneigenwerbung erwünscht Veröffentlicht habe ich bisher wenig, das meiste in Anthologien, Zeitschriften, Fachbüchern. Die Anthologie ‚Über kurz oder lang. Unfrisierte Geschichten‘ entstand im Rahmen der Zusammenarbeit der Mitteldeutschen Autorinnen und zeigt, wie vielfältig und unterschiedlich wir uns mit einem Thema, in unserem Fall mit dem Thema Haar auseinander setzen. Die gemeinsame Arbeit hat Freude gemacht und herausgekommen sind kleine, feine Geschichten.

#ichtraumich – Tag 19

19. Januar 2018 um 00:06 Uhr

Aufgabe: Dein Lebenstraum

Wie mein Leben aussehen würde, wenn ich es frei gestalten könnte, diese Frage hat mich schon oft beschäftigt. Meine Antwort darauf hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Ich arbeite gern und gern in unterschiedlichen Bereichen. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich 3 Tage in der Woche als Therapeutin /Coach für Kinder und Erwachsene arbeiten und 2 Tage schreiben. Ich hätte gern 6 Wochen Urlaub, plus je 1 Woche im Quartal Schreibklausur. Jedes 3. Jahr eine Auszeit von 12 Wochen für längere Reisen und Fernwanderungen. Natürlich auf dem Konto das Geld, welches das Schreiben und die Auszeiten ermöglichte. Ich wohnte in einem Mehrfamilienhaus mit FreundInnen in jeweils eigener Wohnung und unsere Kinder mit den Ihren (Männer, Frauen, Kinder) ganz in der Nähe, vielleicht sogar nebenan. Es gäbe einen großen verwilderten Garten mit alten Bäumen, mindestens einer Magnolie, vielen Rosen, überall Sitz- und Schreibmöbel und einer Feuerstelle. An einer versteckten Stelle im Garten stünde eine kleine Schreibhütte für mich, mit Schreibtisch, Stuhl, Bücherregal und Liegesessel. Die Woche gehörte nur mir, der Arbeit, dem Schreiben, dem Lesen, der Selbstzeit, das Wochenende der Liebe, der Familie, den FreundInnen. Ja, so stelle ich mir das perfekte Leben vor.

Und wenn ich schon am Träumen bin, dann gäbe es in meinem perfekten Leben keine Kriege, keinen Hass, keine Gewalt. Der Welthunger wäre besiegt, der Kapitalismus und überhaupt alle Ismusse, alle Diktaturen und Raffgier auf Kosten anderer wären abgeschafft, weil unnötig. Sein durch Haben wäre kein Lebenskonzept, jeder könnte einfach sein ohne etwas/jemand Sein zu müssen. Die Natur würde nicht verrückt spielen, weil wir funktionierende Konzepte hätten, um mit ihr im Einklang zu leben. Religion wäre weltweit Privatsache. Hautfarbe, Alter, Geschlecht und Nationalität wären so wichtig wie ein Loch im Strumpf, die Lieblingsfarbe oder das Sternbild unter dem man geboren.

#ichtraumich – Tag 18

18. Januar 2018 um 09:18 Uhr

Aufgabe: Mit wem möchtest du etwas trinken gehen?

Eine mich irritierende Frage, weil es viele Menschen gibt, mit denen ich gern wieder einmal zusammen hocken und bei einem Getränk reden möchte. Aufgrund der jeweils persönlichen Zeit, gelingt uns dies viel zu selten. Manchmal vergehen Tage, manchmal Wochen, manchmal Jahre, bis es wieder zu einer Begegnung kommt. Durch meine Arbeit und mein soziales Netzwerk begegne ich täglich Menschen und finde mich oft in inspirierenden Gesprächen bei Kaffee, Tee oder Wasser.

Wenn ich die Realität außen vor lasse, dann würde ich mich gern einmal mit dem Kind treffen, das ich einmal war. Ich würde es gern kennenlernen, so wie es war, nicht wie ich es in Erinnerung habe. Ich würde ihm zuhören, herausfinden wollen, was es mag, wonach es sich sehnt, was es begeistert und welche kreativen Wege es bei all der Finsternis im jungen Leben gegangen ist. Ob wir dabei etwas trinken oder lieber über nasse Felder laufen, das überlasse ich der Kleinen.

#ichtraumich – Tag 16

17. Januar 2018 um 15:58 Uhr

Aufgabe: Deine größte (Schreib-) Herausforderung

Einerseits geht es für mich darum, das Schreiben in meinen wöchentlichen Zeitplan als feste Größe zu etablieren. Das ist wie bei allen berufstätigen Autorinnen, die zudem nicht auf ihr Sozialleben verzichten wollen, eine große Herausforderung. Das ‚Entweder Oder‘ scheint in dieser Hinsicht einfacher, wenn auch auf Dauer unbefriedigender, als das ‚Sowohl Als Auch‘, welches dafür viel Geduld erfordert.

Andererseits – und das ist wohl meine größte Herausforderung – treibt mich die Frage, wie ich meinen Roman strukturiere, fast in den Wahnsinn. Die Planung mit der Heldenreise: verworfen. Die Planung mit der Schneeflockenmethode: verworfen. Exceltabellenplan verworfen. Einfach planlos drauflos schreiben: ich verheddere mich in den Handlungssträngen und nach 30 Seiten ist Schluss. Derzeit ruht das Projekt, aber es lässt mich nicht los. Es ist nicht das erste Projekt an dem ich mich so abarbeite, aber dieses Schreibprojekt schreit aus der Schublade und will ans Tageslicht.

Die nächste Überlegung ist, einen Papyrus-Kurs zu belegen, weil ich das Programm bisher nur zur Überarbeitung nutze. Am liebsten aber wäre mir, ich könnte einmal bei versierten Roman-Autorinnen in die Werkstatt schauen. Sie bei der Planung beobachten, befragen.

Mein Ziel für dieses Jahr: die Planung beenden und spätestens im Herbst mit dem Schreiben beginnen.

#ichtraumich – Tag 17

um 08:33 Uhr

Aufgabe: Dein absoluter Favorit unter den Büchern

Für mich die Bibel:

Matt Ruff: Ich und die anderen

#ichtraumich – Tag 15

um 08:22 Uhr

Aufgabe: Welche Fähigkeit würde ich mir von einer Wunschfee wünschen?

Das ist wieder eine leichte Aufgabe: ich wünschte mir, dass ich alles, wirklich alles was mir an einem Tag wichtig ist, in der mir zur Verfügung stehenden Zeit zu schaffen. Also an jedem Tag ausreichend Zeit zu haben für mich (zum träumen, lesen, denken, lernen entspannen), Zeit für meine Arbeit, Zeit zum Schreiben, Zeit für die Liebsten, Zeit zum Schlafen.

Ach liebe Wunschfee, bitte komm bei mir vorbei!

#ichtraumich – Tag 14

14. Januar 2018 um 14:41 Uhr

Aufgabe: Zeig uns Deinen SUB!

Wieder etwas gelernt. SUB heißt Stapel ungelesener Bücher 🙂

Nadia Murad: Ich bin Eure Stimme

Jenny Erpenbeck: Gehen, Ging, Gegangen

Baudelaire: Die Stimme des Bösen

Didier Eribon: Rückkehr nach Reims

Maxie Wander: Tagebücher und Briefe

Marion Tauschwitz: Hilde Domin

Odile Kennel: Was Ida sagt

Ulrike Bail: sterbezettel

Claudia Breitsprecher: Hinter dem Schein die Wahrheit

Ursula Maria Wartmann: Rückkehr der Träume

Dittmar Lauer: Hexenverfolgung im Hochwald

Thomas Schöne: Tatort Himmelsscheibe

Rainer Vollkommer: Das römische Weltreich

Gerald Hüter: Biologie der Angst

Peter A. Levine: Trauma und Gedächtnis