#ichtraumich – Tag 4

Aufgabe: Dein liebster Buchcharakter

Dies ist eine unmögliche Aufgabe. Als Vielleserin haben mich so viele Figuren begleitet, inspiriert, fasziniert. Für mich gibt es da nicht die eine Figur. Wenn ich aber etwas genauer hinsehe, gibt es etwas, was all die Figuren, die mir so spontan einfallen, verbindet.

(An dieser Stelle entschuldige ich mich bei allen, die mir jetzt nicht spontan einfallen, aber ganz sicher morgen oder übermorgen, denn diese Aufgabe trägt das Potential mich noch ein wenig länger zu beschäftigen.)

All meine Lieblingsfiguren sind schräg, eigen und ganz von innen heraus getrieben. Sie halten sich an Gesetze, insoweit, als sie ihnen sinnvoll erscheinen. Sie brechen Gesetze, wenn es ihnen notwendig scheint. Manchmal sind sie ganz liebenswert, manchmal eher schroff und kantig. Sie alle kämpfen auf die eine oder andere Weise um ihr Leben, um das Überleben und treten meist auch für andere ein. Sie sind allein, weil sie den Zugang zu anderen nur schwer finden, dieser ihnen verwehrt wird oder sie nie gelernt haben zu vertrauen. Im Verlauf der Geschichten gelingt es ihnen aber Partnerinnen und Wegbegleiter zu finden (oder sie lassen zu, gefunden zu werden) und so entstehen neue Beziehungen, immer auf Augenhöhe, nie in Abhängigkeit. Sie sind starke Persönlichkeiten mit Fehlern und Schwächen und Macken, aber sie sind nicht kleinlich oder nachtragend (und sind sie es dich mal, merken sie es und korrigieren). Im Grunde sind sie alle Kinder (oder haben sich das Kindliche bewahrt), jenseits aller guten und schrecklichen Erfahrungen, die Kinder machen (müssen). Im Grunde sehnen sie sich nach Frieden und Liebe und Freundschaft und Lebendigkeit, aber sie akzeptieren, dass das Leben so ist, wie es ist. Sie alle sind Handelnde, die mit Bösartigkeit, Schicksalsergebenheit und zelebrierter Hilflosigkeit nichts anfangen können und wollen. Sie sind neugierig, interessiert an allem und jedem und sie sind auf ganz verschiedene Arten intelligent und weise.

Von diesen Figuren rede ich:

Pipi Langstrumpf von Astrid Lindgren. Momo von Michael Ende, Sam (Begleiter von Momo) aus Tolkiens Herr der Ringe. Hagrid, Hermine, Ron, Harry usw. aus J.K. Rowlings Harry Potter, Anouk aus das Leben mal eben von Nicola Huppertz, Grace aus der Monkeewrench Reihe vom Autorinnenduo P.J. Tracy, Adamsberg (der Wolkenschaufler), Camille und Danglard, aber auch Kehlweiler und die Evangelisten von Fred Vargas, Lisbeth Salander von Stieg Larsson, Ida Waschinsky aus Himmel und Erde von J.M. Walther und natürlich darf in dieser Liste das Trio Kate, Alex und Nadia nicht fehlen, aus Isabel Allendes Trilogie Die Stadt der wilden Götter.

Während ich dies schreibe, wird mir ganz warm und froh, so viele wunderbare Gestalten und ich weiß, ein paar Schüchterne oder Jene, die nicht gern im Rampenlicht stehen, werden sich bald in mir zu Wort melden.


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Der Beitrag wurde am 5. Januar 2018 um 19:57 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Trau dich - Challenge 2018 gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.