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		<title>Mehr Davon!</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 15:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[„Weit Gehen“ Gedichte von Eva Förster
rezensiert von Sylvia Tornau
Mit ihrem Debüt als Lyrikerin wagt sich Eva Förster, Publizistin und Theaterkritikerin mitten hinein ins Menschliche. Sehnsüchtig, wartend, trauernd und gierend, die Texte lesen sich wie situationsabhängige Zusammenfassungen menschlichen Lebens, gesprochen von der Stimme aus dem Off. Gerade das scheinbar Unbeteiligtsein dieser Stimme, die den Beobachtungen zugrunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Weit Gehen“ Gedichte von Eva Förster</strong><br />
rezensiert von Sylvia Tornau</p>
<p>Mit ihrem Debüt als Lyrikerin wagt sich Eva Förster, Publizistin und Theaterkritikerin mitten hinein ins Menschliche. Sehnsüchtig, wartend, trauernd und gierend, die Texte lesen sich wie situationsabhängige Zusammenfassungen menschlichen Lebens, gesprochen von der Stimme aus dem Off. Gerade das scheinbar Unbeteiligtsein dieser Stimme, die den Beobachtungen zugrunde liegende Lakonie ermöglicht der Leserin ein Beteiligtsein, ein Hineingezogenwerden in den Text, die Situation. Dieses seziermesserscharfe Hindeuten auf das ‚Hier, Jetzt und So ist es’ kann sich einen Augenblick, eine Zeile später allein durch ein Augenzwinkern, eine leichte Bewegung der Luft oder das Eindringen eines Gedankens in den Kopf der Leserin in das genaue Gegenteil des eben klar Empfundenen wandeln. So z.B. in dem Gedicht „Der Kriecher“: Da saß er./ Sein Schließmuskel/ entließ/ Wirbel/ für Wirbel./ Als alles heraus war,/ fiel er vornüber./ Die Menschen staunten/ und sagten:/ Seht an, er hatte ein Rückgrat!</p>
<p>Die Gedichte in diesem Band wecken tief in uns schlummerndes Wissen und offene Seins-Fragen. Beim Lesen wird klar, da ist sich eine ganz nah und stellt sich dem Leben maskenlos, erwartet Befriedung der eigenen Seele im Inneren, in der Akzeptanz der eigenen Vielheit. So gelesen in „Erkenntnis“: In mir hockt ein Kind/ mit Matrosenkragen/ und wenn SIE die Braue hebt,/ bekomm ich’s mit der Angst.</p>
<p>Eva Förster gelingt in ihrem Gedichtband der Spagat zwischen den kleinen Details des alltäglichen Lebens und den dahinter liegenden großen Gedanken. Die Mechanismen der Verunsicherung, das Wechselspiel von anziehen und abstoßen, von Stillstand und Bewegung werden ebenso schonungslos aufgezeigt wie die Gier in Liebesbegegnungen und der Schmerz von Abschieden. Die Gedichte beschönigen nichts, aber sie verdammen auch nicht. Sie sind dem Leben zugewandt. Ein wenig atemlos vielleicht, angesichts der allgegenwärtigen Vergänglichkeit, aber immer Ja-Sagend zum Sein, zum Leben.</p>
<p>Mit dem vorliegenden Gedichtband lädt die Autorin ein zum Lebens-Ja, in jeder Sekunde, in jedem Innehalten und Vorwärtsstürmen. Symbolisch für diese Einladung scheinen die letzten drei Seiten des Bandes: drei leere, linierte Seiten, auf denen die Leserin ihre eigene Fortsetzung schreiben kann.<br />
Unbedingt selber lesen und verschenken!</p>
<p>Eva Förster „Weit Gehen“, Verlag Hans Schiller, Berlin, 74 S., 16 €</p>
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		<title>Nur 12 Gramm machen den Unterschied</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/literaturtips/nur-12-gramm-machen-den-unterschied-189.html</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 16:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gewicht der Seele von J. Monika Walther
rezensiert von Sylvia Tornau
Irgendwas ist immer: zu erkennen, zu durchdringen, zu bewältigen. Dieses Axiom zieht sich durch den 400 Seiten starken Erzählband von J. Monika Walter. Verstörend und skurril-real sind die gezeichneten Personen. In den Zwischenraum von Fiktion und Realität gestellt, wirken sie sowohl real, als auch immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gewicht der Seele von J. Monika Walther</strong><br />
rezensiert von Sylvia Tornau</p>
<p>Irgendwas ist immer: zu erkennen, zu durchdringen, zu bewältigen. Dieses Axiom zieht sich durch den 400 Seiten starken Erzählband von J. Monika Walter. Verstörend und skurril-real sind die gezeichneten Personen. In den Zwischenraum von Fiktion und Realität gestellt, wirken sie sowohl real, als auch immer einen Schritt neben dem Möglichen. So zum Beispiel Jean, Antagonist aus der Titelgebenden Erzählung &#8220;Das Gewicht der Seele&#8221;. &#8220;Jean war keiner, der ums Leben zweifelte, und keiner, der nur einen einzigen Menschen besitzen wollte. Er verlangte nach mehr und gab sich nicht zu erkennen. Das Verbergen war seine Lust.&#8221; Jean ist ein Seelensucher. Seine Geliebte, die Tönesammlerin Alice, &#8220;die ihn nicht liebte, weil sie Angst hatte, ihn zu verlieren&#8221; ließ er nackt auf eine Waage steigen. Er notiert das Gewicht, erwürgt sie dann und wiegt sie erneut. Am Ende der Erzählung notiert er: &#8220;Ein lebender Mensch abzüglich zwölf Gramm Seele ergibt einen toten Menschen.&#8221;<br />
<span id="more-189"></span>Sammler und Sucher scheinen sie alle, die in diesem Band versammelten Personen. All diese Alices, Marias und Brunos &#8211; die Häufung der Namen in diesem Buch wirkt wie eine Beschwörung, wie ein Lebendighalten dessen, was Maria, Alice und Bruno (und all die anderen immer wiederkehrenden Namen) waren oder sein könnten und vielleicht gerade in diesem Augenblick irgendwo sind.<br />
J. Monika Walthers Erzählungen sind Zustandsbeschreibungen des Miteinander-Aneinander-Vorbei Leben und -Träumen, mitunter sogar mit positivem Ausgang. So gelesen in &#8220;Sonntags &#8211; eine Straße in Deutschland&#8221;. Da wird der sonntägliche Alltag entlang einer Straße irgendwo in Deutschland beschrieben. So banal wie großartig sind die Geschichten der Menschen, die im &#8220;Basalteck&#8221; aufeinandertreffen. Die Wirtin Lina, eine seit 30 Jahren in Deutschland lebende Italienerin. &#8220;Sie wird geliebt, auch wenn sie an manchen Tagen schreit und ungerecht und barsch ist. Sie erlaubt das Anschreiben vier Wochen lang und bis zu einem Monatslohn, aber das nur bei den Ärmeren, bei den Möbelpackern und Leuten, denen es dreckig geht, die den Überblick über sich und ihr Leben für einen langen Augenblick verloren haben.&#8221;<br />
Die Melodie der Erzählungen in diesem Band ist eine getragene Melancholie, unterbrochen von der erschreckenden Genauigkeit des Hinsehens und -Spürens, umrahmt und harmonisiert von der gebrochenen, aber zutiefst spürbaren Liebe der Erzählerin zu ihren Figuren, vielleicht sogar zu den Urgründen menschlichen Lebens. Da ist eine, die genau hinsieht. Eine, die die Intrigen des Lebens, geboren aus materiellem Elend und Sinnsuche erkennt und sie punktgenau beschreibt ohne zu werten. Das zu lesen tut mitunter weh, ist aushaltbar nur durch die stille Hinnahme, Annahme. &#8220;Ich gehe durch die Wohnung, setze mich auf den Balkon. Von oben höre ich türkische Lieder, leise und vorsichtig gesungen. Unter mir diskutiert der angehende Anwalt mit seiner Freundin und ganz unten sitzen die beiden Archäologen und trinken ein allerletztes Glas. Der Hinterhof ist so groß wie vier Straßenzüge. Es ist ein leises Flüstern, Streiten und Juchzen in der Luft. Vor den Garagen stehen rauchende Männer. Auf den Garagendächern sitzt ein junges Paar. Sie haben vergessen, dass aus vier Himmelsrichtungen die Leute von den Balkonen auf sie herunterschauen.&#8221;<br />
In diesen Geschichten der 1945 in Leipzig geborenen, aus einer jüdisch-protestantischen Familie stammenden Autorin J. Monika Walther geht es um das Sein, das Sosein, das Anderssein. Es geht um Leben und Lebensentwürfe, um Überleben und um die Entdeckung von Mitmenschlichkeit. Manchmal unerwartet in scheinbar ausweglosen Situationen. Es geht um die vermuteten 12 Gramm Seele, die im Sterben aus unseren Körpern entweichen und die im gelebten Leben schwer wiegen. Ein empfehlenswertes Buch, das zum Weinen, Lachen und zum Weiterdenken anregt. Ein Schwergewicht aus den Weiten der Literaturlandschaft. Ein kostbares Kleinod, eine Zierde der Bücherregale. Nicht nur wegen der Texte, sondern auch wegen der für ein Taschenbuch ungewohnten, dafür aber hochgradig ansprechenden, da mit den Erzählungen korrespondierenden fotografischen Streiflichtern der Fotografin Barbara Dietl. Unbedingt kaufen, lesen und anschauen!</p>
<p><strong>Das Gewicht der Seele &#8211; Erzählungen, herausgegeben von Iris Noelle-Hornkamp im Mentis Verlag, 400 Seiten, 29,80 Euro</strong></p>
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		<title>Lesung am 21.04.</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/termine-infos/lesung-am-21-04-181.html</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[„Alles wird gut“ oder wie „Lilith im blauen Kleid“ „Hinter den Wolken“ verschwand
Die Leipziger Autorinnen Marion Pelny und Sylvia Tornau, Mitfrauen der Autorinnenvereinigung Deutschland, haben mit großem Erfolg die mitteldeutschen Autorinnentreffen ins Leben gerufen mit dem Ziel, gemeinsam mit anderen Autorinnen eine Plattform für professionellen Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Projekte zu schaffen.
Eines dieser gemeinsamen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Alles wird gut“ oder wie „Lilith im blauen Kleid“ „Hinter den Wolken“ verschwand</strong></p>
<p>Die Leipziger Autorinnen Marion Pelny und Sylvia Tornau, Mitfrauen der Autorinnenvereinigung Deutschland, haben mit großem Erfolg die mitteldeutschen Autorinnentreffen ins Leben gerufen mit dem Ziel, gemeinsam mit anderen Autorinnen eine Plattform für professionellen Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Projekte zu schaffen.</p>
<p>Eines dieser gemeinsamen Projekte ist die <strong>öffentliche Lesung am 21.04. 20 Uhr in der Kulturkneipe „Geigers Rätsel“</strong> (Dresdner Str. 25).</p>
<p>Die Autorinnen lesen aus ihren aktuellen Arbeiten.</p>
<p>Im neuen Gegenwartsroman von <strong>Grit Scholz „Hinter den Wolken“</strong>, geht es um scheinbare Verirrungen der Liebe.</p>
<p><strong>Marion Pelny</strong>, die bisher eher als Lyrikerin in Erscheinung getreten ist, liest die Geschichte eines Jungen, der den angeblichen Tod seines Vaters auf seine ganz eigene Weise verarbeitet.</p>
<p><strong>Anne-Kathrin Maitschke</strong>, die jüngste in der Autorinnengruppe, karikiert in ihrem Text <strong>„Wunschdenken“</strong> die elterlichen Projektionen auf ein Kind, das sich ganz normal fühlen würde, wenn man es so sein lassen würde, wie es ist.</p>
<p><strong>Kathrin Wildenberger</strong> stellt einen Auszug aus ihrem Geschichtenzyklus <strong>„Motif 1“</strong> vor, in dem es um 30 bis 40-jährige im Leipzig der Gegenwart geht und die Auswirkungen ihrer unterschiedlichen Sozialisationen in Ost und West.</p>
<p><strong>Jutta Pillat</strong> liest<strong> lyrische Reiseimpressionen</strong> unter anderem über Mallorca, Istanbul, Bulgarien und Paris.</p>
<p>Im Kurzkrimi von <strong>Sylvia Tornau</strong>, unter dem Titel <strong>“Alles wird gut”</strong>, geht es um das Thema Rache. Protagonisten sind eine Frau, zwei Hunde und jede Menge Zecken.</p>
<p><strong>Juliane Markov</strong> erzählt eine moderne Geißgeschichte, die offen lässt, wer hier der Wolf ist.</p>
<p><strong>Gesche Blume</strong> stellt einen Text aus der Geschichtensammlung <strong>&#8220;Lilith im blauen Kleid&#8221;</strong> vor, erschienen bei Edition Erata 2006.</p>
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		<title>Wenn das Leben kräht ist es der Tod oder die Veränderung</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/literaturtips/wenn-das-leben-kraht-ist-es-der-tod-oder-die-veranderung-179.html</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 16:53:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Goldbroiler oder die Beschreibung einer Schlacht&#8221; &#8211; Eine KriminalGeschichte
von J. Monica Walther &#8211; rezensiert von Sylvia Tornau
Vorab gesagt, wer &#8211; angelockt vom schmackhaften Titel &#8211; das letzte große Broilerfressen vor dem Ausverkauf der DDR-Goldbroilerstuben erwartet, der wird enttäuscht sein und vielleicht dann, wenn er lange genug in der Geschichte bleibt, doch auch nicht.
Das goldige Vögelchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Goldbroiler oder die Beschreibung einer Schlacht&#8221;</strong> &#8211; Eine KriminalGeschichte<br />
von <strong>J. Monica Walther</strong> &#8211; rezensiert von <strong>Sylvia Tornau</strong></p>
<p>Vorab gesagt, wer &#8211; angelockt vom schmackhaften Titel &#8211; das letzte große Broilerfressen vor dem Ausverkauf der DDR-Goldbroilerstuben erwartet, der wird enttäuscht sein und vielleicht dann, wenn er lange genug in der Geschichte bleibt, doch auch nicht.<br />
<strong>Das goldige Vögelchen ist in diesem Buch nicht viel mehr als ein Synonym.</strong></p>
<p>Nur wenig an der DDR war so schmackhaft wie dies und vielleicht gerade deswegen musste es Anfang der 90er erst einmal verschwinden. Und ums Verschwinden des Alten, Abgewirtschafteten geht es in diesem Buch (unter anderem!). Das teilt uns die Autorin J. M. Walther schon auf der ersten Seite ihrer KriminaGgeschichte mit:<strong><br />
&#8220;Die Schonzeit im Ex-Land DDR ist vorbei.&#8221;</strong><br />
<span id="more-179"></span> Mit diesem Satz eröffnet sich der Leserin eine Tür in (noch gar nicht so lang) vergangene Zeiten. Hier nimmt die Autorin die erste Hürde, wenn es ihr gelingt, der Leserin in die nicht immer liebsamen Erinnerungen hinein zu helfen. Hinein in eine Geschichte voll Trauer, Korruption mit sehr verstörten und verstörenden Figuren. Zurück in eine Zeit die bewegt war und die bewegte, in der sich aber in der Realität &#8211; und in diesem Buch sehr genau aus der Beobachtung gezeichnet &#8211; schon absehen ließ, wer den Sprung aus der alten in die neue Gesellschaft schaffen wird und wer nicht.</p>
<p>Lakonisch beschreibt die Autorin die Risse in der Gesellschaft, die sich plötzlich nicht nur in Straßenvierteln und Familien abzeichneten sondern die quer hindurchgingen durch Individuen.<br />
Die Wunden schlugen, an denen manche starben, manche unheilbar erkrankten und die andere zu Betrügern, Dieben oder gar Mördern werden ließen. Dabei ist es egal, ob die Geschichte &#8211; wie in diesem Buch &#8211; an der Ostseeküste spielt oder in Dessau, Leipzig oder Zittau. Oder &#8211; heute sind wir geschichtlich schon ein klüger als noch vor 20 Jahren &#8211; in irgendeiner Stadt in irgendeinem anderen der ehemaligen Ostblockstaaten. Aber zurück, diese Geschichte spielt in Warnemünde und nicht zuletzt mit ihren Ortsbeschreibungen gelingt es der Autorin in diesem Roman nah an der Realität zu bleiben.</p>
<p>Mit der Protagonistin, der angehenden <strong>Privatdetektivin Ida Waschinsky</strong>, gibt uns die Autorin eine Suchende an die Seite. Eine, deren zaghafte, mitunter naive Herangehensweise, deren argloser Umgang mit den Menschen ihres Viertels, mit deren Armut und dem auch eigenen Willen es irgendwie zu schaffen, dieses Unbedingte Dazu-gehören-wollen, das Geschehen für die Leserin ein wenig ertragbarer, aushaltbarer macht. Ein vielleicht von der Autorin nicht gewollter Effekt.<br />
Denn dieses Buch in der Verkleidung einer KriminalGeschichte liest sich wie die Kurzzusammenfassung des Ausverkaufs einer Gesellschaft, in der es schon längst nichts mehr zu kaufen und verkaufen gab. Was man wollte und auch was man nicht wollte, man bekam es geschenkt. Das Lächeln der Nachbarin ebenso wie das Gebrüll des Säufers an der Kaimauer. Oder wie Ida das eine oder andere schmackhafte Essen der aus dem Westen zugezogenen Kneipenbesitzerin. Und eigentlich war es auch fast egal, ob man sich eher zu den Gewinnern oder Verlierern zählte, denn eines verband alle: der Wille dazuzugehören. &#8220;Ich will ein Auto, ich will Geld. Ich bin eine Detektivin. Ich habe eine Ausbildung als Detektivin. Ich will Geld.&#8221; Diese selbst beschwörenden Worte von Ida könnten das Credo dieses Romans sein, wenn da nicht, neben all dem Hetzen und Jagen, neben all der Korruption und dem Verrat, immer wieder diese Sehnsucht nach dem Dazugehören, nach dem anderen, vielleicht besseren Leben herausklingen würde.</p>
<p>Das was da anklingt wie Nebenbei, aus den ob ihrer Realitätsbeschreibung mitunter kaum ertragbaren Seiten dieses Romans, dieses Sehnsüchtige, Lebenssüchtige macht diesen Roman zu dem was er ist:<br />
zu einem Dokument der Zeitgeschichte, einem Dokument des Wandels.<br />
Diese Zeitbeschreibung, die in Form einer KriminalGeschichte angeschlurft kommt, ein wenig schmuddelig, wie trunkig &#8211; vielleicht sogar betrunken (in diesem Buch wird übrigens herzzereissend gesoffen) &#8211; ist gleichzeitig eine Poesie der schmerzenden Sehnsucht, eine Arie des Lebens und des Miteinanders, besungen in der rauen Wendewirklichkeit.</p>
<p>Am Ende war kaum einer mehr zu Erkennen und war im Grunde doch immer noch Selbst.<br />
So wie Ida, die am Ende zugreift, wenn die neuen Scheine wandern und die doch weiß, dass sie nicht zugreifen sollte.<br />
Dieser Roman ist keine leichte Kost sondern eher etwas für experimentierfreudige Lesegourmets.<br />
Ein schweres, ein wundervolles und bewegendes Buch! Unbedingt empfehlenswert.</p>
<p><strong>J. Monika Walther</strong>, Goldbroiler oder die Beschreibung einer Schlacht &#8211; Eine KriminalGeschichte,<br />
Geest-Verlag 2009, ISBN 978-3-86685-208-2, 12 Euro</p>
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		<title>Es adventelt jedes Jahr!</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/literaturtips/es-adventelt-jedes-jahr-176.html</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 16:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[“Adventsgeschichte von A bis Z &#8211; Hörspiel für Ü-Zehner“ von Regina Schleheck gehört und besprochen von Sylvia Tornau
Der dreizehjährige Julius verunglückt am 01.12. und bevor darüber entschieden wird, wie es mit ihm weitergeht muss er 24 Tage an der Pforte warten, die sich im Kopf der Hörenden schnell in die Himmelspforte wandelt. Damit ihm die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Adventsgeschichte von A bis Z &#8211; Hörspiel für Ü-Zehner“</strong> von Regina Schleheck gehört und besprochen von Sylvia Tornau</p>
<p>Der dreizehjährige Julius verunglückt am 01.12. und bevor darüber entschieden wird, wie es mit ihm weitergeht muss er 24 Tage an der Pforte warten, die sich im Kopf der Hörenden schnell in die Himmelspforte wandelt. Damit ihm die Zeit nicht so langweilig wird &#8211; schließlich gibt es an diesem Ort im Nirgendwo weder Fernsehen noch Playstation “ besucht ihn täglich sein ganz persönlicher Schutzengel “Jungel” und verwickelt Julias in einen 24 Tage währenden Dialog. Jedes dieser Gespräche ist einem Buchstaben gewidmet. Das Erste dem A, das Dritte dem C, das 19. dem S, wie Stall.<br />
Mit diesem Hörspiel werden Heranwachsende an Themen wie z.B. <em>Was ist Chaos?</em>, <em>Woraus besteht Dunkelheit</em>, <em>wer spricht denn von Liebe</em>, <em>jedes Jetzt ist ein Moment</em>, <em>ist dort, wo nichts ist Nichts?</em> oder <em>wonach riecht der Tod?</em>.<br />
<span id="more-176"></span></p>
<p>Neben den unterhaltsamen Dialogen denken die beiden sich gemeinsam Elfchen aus &#8211; ein Elfchen ist ein Gedicht, welches aus elf Wörtern besteht, die in festgelegter Folge auf fünf Zeilen verteilt werden. Julius träumt und vertreibt sich das Warten auf Jungle mit einem Rap. An anderen Stellen erzählt Jungle Julius die Geschichte <em>vom Hamster Goliat und Prinzessin Irmgard</em> oder die Geschichte von <em>Orpheus und Euridike</em>.</p>
<p>Dieses Hörspiel ist eine ansprechend produzierte Anregung zum Nachdenken über sich und die Welt, nicht nur für junge Menschen. Ganz besonders Hervorheben möchte ich allerdings Etwas, das bei der Rezension von Hörspielen in der Regel zu kurz kommt: die voller akustischer Überraschungen steckende musikalische Untermalung von Christian D. Dellacher. Gro?artig!</p>
<p>Regina Schleheck: “Adventsgeschichte von A bis Z &#8211; Hörspiel für Ü-Zehner”, Drachenmond Verlag, 2 CDs, EUR 14,95</p>
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		<title>Kurzgeschichten für alle die nichts langes mehr lesen wollen, können, mögen</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/literaturtips/kurzgeschichten-fur-alle-die-nichts-langes-mehr-lesen-wollen-konnen-mogen-173.html</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 16:39:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[“Klappe zu &#8211; Balg tot,  Bitterböse Geschichten“ von Regina Schleheck &#8211; rezensiert von Sylvia Tornau
“Die alte Zieten hatte in weiser Voraussicht vor dem Tisch eine kleine Wanne aufgestellt, in die Fruchtwasser, Blut und die übrigen Ausscheidungen, die bei einer Geburt dazugehören, abfließen konnten, während mein Körper durch den engen Ausgang gequetscht wurde. Als ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“Klappe zu &#8211; Balg tot,  Bitterböse Geschichten“</strong> von Regina Schleheck &#8211; rezensiert von Sylvia Tornau</p>
<p>“Die alte Zieten hatte in weiser Voraussicht vor dem Tisch eine kleine Wanne aufgestellt, in die Fruchtwasser, Blut und die übrigen Ausscheidungen, die bei einer Geburt dazugehören, abfließen konnten, während mein Körper durch den engen Ausgang gequetscht wurde. Als ich meinem Vater schließlich in die Hände glitt, zitterte er vor Angst und Aufregung dermaßen am ganzen Leibe, dass es ihm nicht gelang, meinen kleinen mit Käseschmier überzogenen Körper festzuhalten. Ich flutschte ihm durch die Finger und landete mit einem gro?en Platsch in dem Kübel.<br />
Als die Hebamme mich daraus barg und hochhielt, war das Erste, was meine Mutter ausrief: “Himmel, ist der hä?lich!” Mein halber Kopf war von einem Fruchtblasenrest bedeckt, der sich über Augen und Nase gelegt hatte und mir das Aussehen eines Mutanten verlieh. Die Rückstände aus der Wanne taten ihr Übriges. “Papperlapapp, Frau Gebker” sagte die Hebamme, “das ist eine Glückshaube! Dieses Kind ist gesegnet!”<br />
<span id="more-173"></span></p>
<p>Wie sich aus so einer Glückszuschreibung für ein hässliches Kind, dem eigentlich ein Leben am Rand der Gesellschaft ins Gesicht geschrieben wurde, ein Art sich selbst erfüllender Prophezeiung wird, dies zeigt die Autorin Regina Schleheck in ihrer Kurzgeschichte “Glückshaube”, nachzulesen in dem kürzlich erschienenen Kurzgeschichtenband “Klappe zu &#8211; Balg tot”. Die in diesem Band versammelten Geschichten behandeln Themen, die häufig in unserem Kommunikationsalltag, in Presse, Funk und Fernsehen schaffen. Es sind Horrornachrichten wie die aus der Titelgeschichte <em>ungewolltes Kind erfriert vor der Babyklappe</em>, wie die vom <em>Brudermord</em> aus der Geschichte “Mein Frank” oder die Nachricht vom <em>Sturz eines Mannes in das Grab seines Kindes</em> aus der Geschichte “Sophokles ist tot”.<br />
Regina Schlehecks Kurzgeschichten erlauben uns einen Blick auf die Geschichten hinter der Schlagzeile. In lakonischem Ton, manchmal nah am Rand der Skurilität und doch nie ihre ProtagonistInnen verratend, lässt sie uns für kurze Momente teilhaben am Dasein derer, deren Lebenswege eben nicht wirklich vom Glück gezeichnet sind. So zeigt sie, dass hinter der Frau, die ihr Kind zur Babyklappe trägt, ein Mann stehen kann, der Mutter und Kind ablehnt oder dass hinter dem Sohn der seinen Bruder vermutlich mordet, eine blinde Mutterliebe steckt, die alles Handeln des auserkorenen Lieblingssohnes duldet und nichts infrage stellen lässt.</p>
<p>Die in diesem 120 Seiten dünnen Band versammelten Geschichten machen so nachdenklich, wie sie zum Lachen anregen. Eine schöne Lektüre für adventliche Wochenenden bei Kerzenschein und Glühwein. Die eine oder andere Geschichte ist durchaus dazu geeignet, im Kreis von vertrauten Menschen vorgelesen zu werden. Zum Beispiel die Geschichte “Wenn der Postbote zweimal klingelt”, in dem eine Schokoladenliebhaberin den Postboten in ein Schokomännchen verwandelt, sü? und absolut zum Liebhaben. Diese Geschichte sollte unbedingt im Rahmen eines Schokofondueabends genossen werden.</p>
<p>Regina Schleheck: “Klappe zu &#8211; Balg tot, Bitterböse Geschichten”, Wurdack Verlag, EUR 9,95</p>
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		<title>Verlust</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/zettelkasten/verlust-167.html</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 21:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>

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		<description><![CDATA[© Sylvia Tornau
Die Puppe. Wo konnte sie sein? Warum kam sie ihr nur plötzlich in den Sinn? Die Puppe. Handarbeit. Von ihrer Mutter genäht, zu ihrem ersten Geburtstag. Weil die Mutter kein Geld hatte, aber noch Stoff übrig vom Hochzeitskleid. Die Hochzeit der Mutter mit dem Vater. Die Mutter in Pink, der Vater in Schwarz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>© Sylvia Tornau</p>
<p>Die Puppe. Wo konnte sie sein? Warum kam sie ihr nur plötzlich in den Sinn? Die Puppe. Handarbeit. Von ihrer Mutter genäht, zu ihrem ersten Geburtstag. Weil die Mutter kein Geld hatte, aber noch Stoff übrig vom Hochzeitskleid. Die Hochzeit der Mutter mit dem Vater. Die Mutter in Pink, der Vater in Schwarz, das weiß sie, von dem Foto. Da tragen beide die Hochzeitstafel. 20 Stück rohes Fleisch vor den pinkschwarzen Körpern, Fleisch für den Grill. Hochzeitsgäste haben eben auch Hunger. Als die Mutter die Puppe nähte, da war die Hochzeit schon ein Jahr vorbei, die Scheidung zwei Monate. Schwarze Puppe mit pinkfarbenem Hosenanzug, gelben Tredlocks. Das waren bestimmt Wollreste aus der Fadenkiste. Der schlapprige Puppenbauch mit Watte gefüllt. Watte hält die Form nicht viele Jahre.<br />
Ganz platt war die Puppe, vom Knuddeln und Küssen und Kindertränen. Hat sie oft getröstet, wenn sie mal wieder nicht durfte, was sie wollte. Da konnte die Mutter auch stur sein.<br />
Sah nicht mehr schön aus, die Puppe, erinnerte peinlich an die vergangene Armut. Lag lange in der Ecke hinterm Bett. Jetzt ist sie weg. Weg, wie die Mutter.</p>
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		<title>Verbissen ins Leben</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 21:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wortsalat von Sylvia Tornau

Klappentext:
Das tatmoor ist der selbstgewählte Lebensraum der Leipziger Autorin Sylvia Tornau. Im tatmoor sammelt sie Eindrücke, Worte und Lebensbilder. Diese richtet sie an zu einer großen Tafel mit Wortsalaten, bestehend aus kleinen literarischen Formen und Lyrik.
Thematisch unterteilt ist die vorliegende Sammlung in die Bereiche Alltägliches, Leben mit Kind, Liebe und Beziehung. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wortsalat von Sylvia Tornau</strong></p>
<p><a href="http://www.tatmoor.de/wp-content/uploads/verbisseninsleben.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-170" title="verbisseninsleben" src="http://www.tatmoor.de/wp-content/uploads/verbisseninsleben.gif" alt="verbisseninsleben" width="268" height="245" /></a></p>
<p>Klappentext:<br />
Das tatmoor ist der selbstgewählte Lebensraum der Leipziger Autorin Sylvia Tornau. Im tatmoor sammelt sie Eindrücke, Worte und Lebensbilder. Diese richtet sie an zu einer großen Tafel mit Wortsalaten, bestehend aus kleinen literarischen Formen und Lyrik.<br />
Thematisch unterteilt ist die vorliegende Sammlung in die Bereiche Alltägliches, Leben mit Kind, Liebe und Beziehung. Die &#8220;Kinderlieder&#8221; bilden den Abschluss dieses Bandes und sind gleichzeitig der Abschluss unter das Kapitel einer Kindheit in der Lebenslandschaft individueller Zerstörung.<br />
Der Salat schmeckt, die Worte nicht immer. Kosten Sie.</p>
<p><strong>Books on Demand<br />
ISBN 978-3-8391-4699-6, Paperback, 72 Seiten, 5,50 €</strong></p>
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		<title>„Plus Minus Null &#8211; Was von der Arbeit übrig bleibt“ von Sonja Ruf (Hg.)</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 21:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das dieser Anthologie zugrunde liegende Thema ist, wie der Untertitel schon impliziert, das Thema Arbeit. 23 AutorInnen präsentieren erlebte und zu Kurzgeschichten komprimierte Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten. Sie berichten von Mobbing und Qualitätsmanagement, von Kaffeepausen und der Angst vor dem Zuviel, aber auch von den wiederkehrenden Freuden und Kümmernissen des Berufsalltages.
„Wie es sich in einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tatmoor.de/wp-content/uploads/plus-minus-null_180.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-162" title="plus-minus-null_180" src="http://www.tatmoor.de/wp-content/uploads/plus-minus-null_180.jpg" alt="plus-minus-null_180" width="180" height="295" /></a></p>
<p>Das dieser Anthologie zugrunde liegende Thema ist, wie der Untertitel schon impliziert, das Thema Arbeit. 23 AutorInnen präsentieren erlebte und zu Kurzgeschichten komprimierte Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten. Sie berichten von Mobbing und Qualitätsmanagement, von Kaffeepausen und der Angst vor dem Zuviel, aber auch von den wiederkehrenden Freuden und Kümmernissen des Berufsalltages.</p>
<p>„Wie es sich in einem Hospiz arbeitet, wie risikoreich ein Antiquitätenhändler zu seiner Ware gelangt, was einen Klempner mit einem Seelenklempner verbindet oder wie gefährlich für das Gemüt es sein kann, mit einer Bankangestellten verheiratet zu sein. (…) Wer kann sich schon auf seinem Arbeitsplatz noch sicher fühlen? Flexibilität ist gefragt. “ (Klappentext)</p>
<p>Die Leipziger Autorin Sylvia Tornau ist in dieser Anthologie mit der Kurzgeschichte „Auf der Kippe“ vertreten, eine Geschichte zum Thema Burnout in der Sozialarbeit.</p>
<p><strong>„Plus Minus Null“ von Sonja Ruf (Hg.), FHL-Verlag Leipzig Erschienen Mai 2009, Euro: 12,95</strong></p>
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		<title>&#8220;Schwanenhälse und Krähenfüße&#8221; von Gabriele Bensberg (Hrsg.)</title>
		<link>http://www.tatmoor.de/literaturtips/schwanenhalse-und-krahenfuse-von-gabriele-bensberg-hrsg-143.html</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 21:08:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leeloo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturtips]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut Klappentext schreiben in dieser Anthologie über das weibliche Altern Autorinnen aus Ost und West über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Älterwerden.
So unterschiedlich die Texte auch sind, sie alle eint die Suche nach dem „Wie“. Wie wird es sein oder wie werde ich sein und welche Möglichkeiten und Wege stehen mir offen? Zu oft nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Klappentext schreiben in dieser Anthologie über das weibliche Altern Autorinnen aus Ost und West über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Älterwerden.<br />
So unterschiedlich die Texte auch sind, sie alle eint die Suche nach dem „Wie“. Wie wird es sein oder wie werde ich sein und welche Möglichkeiten und Wege stehen mir offen? Zu oft nur wissen wir, wie wir nicht sein wollen, eher seltener wie wir sein wollen.<br />
27 Autorinnen lassen uns mit erfrischend geschriebenen Kurzgeschichten teilhaben an ihren Ängsten, Hoffnungen oder einfach nur Überlegungen zum Thema.<span id="more-143"></span>Da finden sich Protagonistinnen, die mit Sport, gesunder Ernährung oder einfach nur teurer Kosmetik dem Alterungsprozess den Kampf ansagen und diesen, so wie wir alle, früher oder später verlieren. Es finden sich andere Figuren, denen das Altern anhand eines Körperteils zuwider ist, so wie in Ingrid Schwarz-Sevimlicans Geschichte „Der rechte Moment“. Das verachtete Körperteil: die eigene, faltig gewordene, von Altersflecken übersäte Hand.<br />
Bohrender noch und für das Selbstbewusstsein verstörender, sind sicher die Anmaßungen anderer im Hinblick auf das Altern des Gegenübers. Dabei ist es sicher egal, ob die Verletzung von einem Mann ausgeht, wie in Marlene Bachs „Beierleins Befreiung“ oder in Kerstin Bauers „Das hören nur junge Leute“, oder von anderen Frauen z.B. der eigenen Mutter. So nachzulesen in  „Die Sandwichgeneration“ von Gabriele Bensberg. Hier holt sich die Protagonistin einen Teil dessen, was ihr im Leben fehlt von einem jungen Barkeeper.</p>
<p>Neben diesen überraschenden Geschichten, finden sich in einer Anthologie zum Thema weibliches Altern natürlich auch die ganz leisen, verzweifelten Geschichten und jene voller Trauer und Zorn. Da baut die eine Luftschlösser gegen das unbequeme Leben im Rollstuhl („Die Luftschlossbaumeisterin“ von Brigitte Bee), während eine andere sich von ihrem Mann so weit entfernt und so viele Verletzungen eingesteckt hat, dass sie ihn nur noch töten mag („Fröhliche Weihnachten, Mörder!“ von Helga Redl).</p>
<p>Aufschlussreicher für alle, die wissen was sie nicht wollen und noch nach dem suchen was sie wollen, sind die Kurzessays und Geschichten die Informationen rund um den Alterungsprozess vermitteln, z.B. „Der Jungbrunnen“ von Irene Berkenbusch-Erbe, „Altern – keine Alternative“ von Elke Elfring und „Alter als ‚letztes Kloster’ von Sr. Teresa Tomberend OSB.</p>
<p>In einer Anthologie wie dieser fehlen sie nicht, die literarischen Kleinode über das selbstverständliche Altern und den ganz individuellen Umgang mit den Themen des Alters.<br />
So beschreibt Mechthild Vahsen in ihrer Momentaufnahme „Besuch“ den ganz eigenen Weg einer Frau, die trotz des Verlustes ihres über Jahrzehnte geliebten Partners ihre Lebensfreude behält. Gekrönt wird diese Anthologie von der Geschichte „Der Brief“ von Käthe Vogeler-Seelig. Hier schreibt die 81 jährige Käthe an die zwanzig Jahre jüngere Johanne und zieht mit der Selbstverständlichkeit des wachen, sich seines Alters bewussten Geistes Resümee. Dies tut sie in einer Art, dass der Leserin sich die Seele öffnet und ihr ein Seufzen entsteigt: ‚Wenn ich schon alt werden muss, dann so!’</p>
<p>Das Resümee der Rezensentin dieses – leider – sehr dünnen Buches: Ich will mehr davon! Ich will wissen, was andere Frauen über das eigene Alter und Altern denken, was sie umtreibt und antreibt. Meine Hoffnung: Dies ist nicht die letzte Anthologie des Engelsdorfer Verlages zum Thema. Seien Sie mutig, bringen Sie mehr davon auf den Markt!<br />
Meine Empfehlung: Unbedingt lesenswert.</p>
<p>Gabriele Bensberg (Hrsg.) &#8220;Schwanenhals und Krähenfüße&#8221;, Engelsdorfer Verlag 2009, Euro: 10,30</p>
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