Der Meckerer

25. Februar 2018 um 20:04 Uhr

Heute Morgen nach dem Aufwachen meldete er sich wieder. „Na hast du mal wieder deinen Samstag vertrödelt? So wird das nie was mit dir!“ Das ist kurz nach dem Aufwachen genau das was ich brauche, um meinen Tag gut zu beginnen. Einen der mir im Schädel hockt und mir permanent erzählt, was ich alles falsch mache. Was ich sollte, müsste. Mehr Schreiben, mehr Sport, mit dem Rauchen aufhören, früher zu Bett gehen, nicht so lange schlafen, meine Aufgaben pünktlicher, schneller, besser erledigen. Die Steuererklärung nicht immer ein Jahr zu spät abgeben, sparen, schlanker werden und überhaupt soll ich ein viel netterer, besserer Mensch werden.
Das nervt. Das macht mich wütend. Das will ich nicht. Ich weiß selber, dass Rauchen ungesund ist. Ich weiß selber, dass ich nur dann etwas zum Abschluss bringe, wenn ich damit überhaupt erst einmal anfange und mir dann die Zeit nehme, daran kontinuierlich zu arbeiten. Mache ich alles, nur eben nicht so, wie es diese Stimme in mir fordert. Wie bitte soll ich diesem Motzkopf gegenüber netter werden, wenn er mich gleich nach dem Aufwachen derart nervt. Der soll abhauen, sein Spiegelbild anmeckern, seine Weisheiten dem Kuckuck sagen. Blöd nur, dass es ja mein Meckerer ist, der mir da heiße Luft ins Hirn bläst. Es ist eben kein Außenstehender der mich mit seinen Nörgeleien, seinem Jammern zur Weißglut bringt. Das wäre ja aushaltbar, einfach weil ich gelernt habe, mit diesen Menschen meinen Umgang zu finden.

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Autorin sein oder nicht sein

9. Februar 2018 um 12:27 Uhr

Nicht erst seit ich Mitglied in der Autorinnenvereinigung e.V. bin, beschäftigen mich folgende Fragen. Ab wann bin ich eine Autorin? Was macht mich zu einer Autorin?
Mein Schreib-leben lang wollte ich so gern eine Autorin sein. Dabei war mir immer klar, eine Frau die vom Schreiben nur träumt, ist vielleicht eine Träumerin, aber keine Autorin. Heißt, Schreiben als Handlung ist die Grundvoraussetzung. Dachte ich immer und so wird die AutorInnenschaft im gängigen Sprachgebrauch auch verstanden. Laut Wikipedia hat sich der Begriff Autor und das Verständnis davon im Lauf der Geschichte immer wieder gewandelt. Im Mittelalter war nur Autor, wer gleichzeitig Autorität besaß. Seit der Sturm-und-Drang-Zeit galt nur als Autor, wer als Genie anerkannt war. Seit den 60er Jahren, mit Roland Barthes: „Der Tod des Autors“ und Michel Foucalts „Was ist ein Autor“ wird dieses Verständnis infrage gestellt.

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