Vogel frei

27. November 2012 um 00:04 Uhr

Du sangst ein Lied
in einer fremden Sprache
öffnetest mein Herz
Ich lies dich ein
in mein Lebenshaus.

Wenn ich weinte
schlugst Du mit den Flügeln
wenn du den Kopf einzogst
tanzte ich für dich.
Unmerklich dein Gesang verstummte
Schweigen veränderte uns.
Immer seltener ließ ich
Tür und Fenster offen
immer seltener
schlugst du mit den Flügeln.

Gestern
das Feuer im Kamin uns wärmte
in deinen Tränen
unsere Träume zerfielen.
Mein Herz wurde schwer
unsere Träume zerfielen.

Heute
mein Freund
flieg.

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Was bleibt?

26. November 2012 um 19:46 Uhr

Du sagtest
Freunde
und meintest
Absoultion.

Ich sagte
Vergebung
und meinte
bleib.

Jetzt schweigen wir beide.

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„Auch die Liebe“ von Angela Krauß

25. November 2012 um 15:46 Uhr

Auch die Liebe
beruht auf Vermutungen
und der vagen Erinnerung
an einen ähnlichen Fall
vor abertausend Jahren,
dessen Abdruck
in eine Seele geprägt wurde
wie die Tatze eines jungen Bären,
derb, verspielt, mutwillig, verletzend.

Auch die Liebe
hebt Fremdheit nicht auf
und die Ahnung,
sie könnte für immer bleiben,
um noch tiefer erfahren zu werden
durch die Liebe,
tief genug,
dass alles Bittere sich verflüchtigt
und von der Fremdheit nur bleibt,
was ganz am Anfang war:
Fülle aus Licht,
blindes Vertrauen,
nackte Vermutung.

Es ist was es ist

20. November 2012 um 16:28 Uhr

jedes Ende ein Anfang
vor einem Ende

was wir träumten, verloren
der Teppich der uns trug, verbrannt
der Boden ist hart jetzt
meine Füße frieren.

kein sorgender Blick
kein Streicheln
keine wärmende Haut
dein Lachen verhallt.

 

dein Geruch am Sessel haftet
deine Schuhe im Flur
der Drache wartet noch immer
auf seinen ersten Flug.

Vor jedem Anfang ein Ende.

© Sylvia Tornau, 2012

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Aglaja Veteranyi

um 14:02 Uhr

Wir sind viel länger tot als lebendig,
deswegen brauchen wir als Tote viel mehr Glück.

aus: Das Regal der letzten Atemzüge

Kalendersprüche

7. November 2012 um 14:43 Uhr

Ich finde zur Zeit nicht statt.

Schlechte Laune ist ein Denkfehler.