Online-Stipendium für moderne Lyrik

30. März 2012 um 18:48 Uhr

Unternehmen Lyrik vergibt zum sechsten Mal ein Jahresstipendium in Form frei zugänglicher online-Kurse sowie individueller Betreuung. Die Perfektionierung des poetischen Handwerks und Festigung des eigenen lyrischen Ausdrucks stehen im Mittelpunkt. Zielgruppe sind Dichter/innen, die bereits über mehrere Jahre mit zeitgemäß literarischem Anspruch schreiben und zielstrebig in den Literaturbetrieb einsteigen wollen.
Bewerbungen bis 20. April 2012.
Weitere Infos unter www.unternehmen-lyrik.de

13. Mitteldeutsches Autorinnentreffen

um 18:45 Uhr

Samstag, 21. April 2012, 11:00 – 17:00 Uhr
Die Autorin Kathrin Wildenberger führt in das Exposéschreiben ein.
Veranstalter: Regionalgruppe mitteldeutsche Autorinnen
Ort: Frauenkultur Leipzig e.V., Windscheidstraße 51
unbedingt anmelden unter syliva(at)mitteldeutsche-autorinnen.de
siehe auch www.mitteldeutsche-autorinnen.de

Cornelia Becker „Eintritt Frei“ Erzählungen

um 18:43 Uhr

Rezensiert von Sylvia Tornau

Ein merkwürdiges Buch ist dies, mit der Betonung auf ‚merken’. Lauter kleine, intime Kostbarkeiten entfalten sich auf den 213 Seiten dieses Buches.
Beckers Erzählungen sind Momentaufnahmen aus dem Leben ihrer Protagonisten. Wie geschriebene Fotoerzählungen ohne Fotos. Bildgeschichten die atmen.
An ganz persönlichen Momenten der Protagonisten dieser Erzählungen können wir LeserInnen teilhaben. All das, was das Leben an schönen Momenten zu bieten hat, ist eingewoben in die Geschichten von Cornelia Becker. Egal, ob Momente am Strand, in der Sommerhitze Berlins oder beim genussvollen Essen – immer gelingt es der Autorin in ihre Geschichten hineinzuziehen. Lebensfreude pulsiert in diesen Erzählungen ebenso wie die kleinen und großen Identitätskrisen, die das Leben für jeden bereithält.
Das untergründige Thema, der rote Faden der alle Erzählungen zusammenhält, ist das Anderssein. Die Konfrontation mit dem eigenen Anderen ebenso wie mit dem Anderssein der Anderen. Da gibt es eine junge Frau, die sich alles Weichsein hart abtrainiert hat um sich gegen Verletzlichkeit zu schützen (Haut der Gedanken). Einer anderen jungen Frau wachsen plötzlich Flügel (Im Jahr der Wunder). Und Mo, Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers, wird durch den Drohbrief eins Reindeutschen mit dem Islam konfrontiert, der für ihn bisher keine Rolle spielte. Mitten ins gelingende, sozial und wirtschaftlich erfolgreiche Leben des jungen Mannes schlägt die Fremdenfeindlichkeit ein wie eine Splitterbombe.

Mitunter macht sich beim Lesen Beklemmung breit. Eine von der Sorte, wie sie einen mitunter beschleicht, wenn Zeit und Ruhe sich ausbreiten. Wenn sich die Frage nach der Identität stellt. Jenseits der Identität, die sich die meisten von uns durch die Verankerungen in Arbeitswelt und/oder Familie geschaffen haben. Wenn in der Stille des für Augenblicke nicht-funktionieren-müssens sich die Fragen auftun. Die Fragen nach dem Woher und Wohin und dem Warum-So-geworden sein. Fragen nach dem roten Faden im eigenen Dasein.
Hautnah lässt die Autorin die LeserInnen die Augenblicke der Verunsicherung ihrer Protagonisten miterleben, so wie in den Geschichten von Jutta (Mañana) und Curbelo (Worauf warten wir?) Ohne moralisierenden Zeigefinger und doch zutiefst moralisch stellt sich Cornelia Becker den dringlichen Fragen unserer Zeit. Wie begegnen wir anderen, wie uns selbst? Was macht es einem Menschen aus, wenn er plötzlich aufgefordert wird sein Heimatland zu verlassen? Was macht es aus, wenn Europa die Grenzen verschließt und tausende Afrikaner auf dem waghalsigen Weg übers Wasser ertrinken, verhungern und wie Treibholzstücke an Land gespült werden?
Cornelia Becker beantwortet diese Fragen für uns nicht. Sie beobachtet ihre Protagonisten sehr genau und lässt uns teilhaben an deren Leben, mit einem intensiven Blick auf Gegebenheiten, Wünsche, Sehnsüchte und Ängste. Der Autorin gelingt es, die einzelnen Geschichten miteinander zu verweben, wie ein Quilt. Plötzlich tauchen die Protagonisten der einen Geschichte in einer anderen wieder auf oder die Randfiguren einer Geschichte werden in der nächsten zur Hauptfigur. Cornelia Becker gelingt es, die LeserInnen im Bann ihrer Erzählungen zu fesseln. Das ist Magie. Feine und unaufdringliche Erzählmagie.

Cornelia Becker „Eintritt Frei“ Erzählungen. Achter Verlag. Acht und Weinheim 2011. 213 Seiten. 19.80 €

Jutta Dornheim „Katzenmann – Roland – Faule Grete. Eine Bremen-Roman in Geschichten“

um 18:41 Uhr

Rezensiert von Sylvia Tornau

Wie der Untertitel es schon sagt, erzählt dieses Buch in kurzen, in sich geschlossenen und trotzdem im Zusammenhang lesbaren Geschichten von einer Entdeckungsreise durch Bremen, Bremerhaven und Umland.
Hannah, philosophisch interessierte und schreibende Alltagsforscherin, betrachtet die erlebten Orte und die erfahrenen, erlesenen Geschichten unter dem Blickwinkel einer Frau, die überlegt ihre Zelte dauerhaft in Bremen aufzuschlagen. Begleitet wird sie dabei von ihrer Freundin Iris, einer Gymnasiallehrerin. Iris wiederum entdeckt die Stadt in der sie lebt durch die Auseinandersetzung mit der Freundin teilweise neu.

Jutta Dornheim nimmt ihre LeserInnen mit auf eine unterhaltsame Reise in die Hansestadt. Dabei erfahren die Reisenden nicht nur reale Orte, sondern auch etwas über die Stadtgeschichte und das kulturelle Leben Bremens. Sie begegnen mutigen Frauen wie Anna Lühring, deren Geschichte fast vergessen und überregional unbedeutend ist, die aber als Sinnbild vergangener Frauenleben durchaus erzählenswert ist (Heimliche Soldatin aus der Braustraße). Und sie begegnen eigenwilligen, aber großartigen Menschen, wie dem seinem verstorbenen Tier noch immer treuen Katzenmann (Das Paradies ist hier) oder der Städtereisenden mit schmalen Budget, die trotz ihrer Armut ihre Neugier und das kulturelle Interesse noch lange nicht verloren hat (Zwischen Reisenden und Räubern).
Der Autorin gelingt es in ihrem Buch, den Spannungsbogen von der Bremer Historie (VIPs auf dem Freimarkt) bis hin zu aktuellen politischen und kulturellen Ereignissen zu ziehen (Magnetfelder). Historische Orte wie ‚Der Elefant’ oder Persönlichkeiten mit kurzer oder langer Bremenberührung (Engels, Heine, Marcks, Modersohn-Becker) – viele der kurzen Begegnungen machen neugierig auf mehr: Mehr Geschichten. Mehr Wissen. Mehr Bremen.
Das Buch lässt sich auch lesen als eine Einladung zu einem Kurztrip nach Bremen.

Nicht unbeachtet lassen möchte ich die Zeichnungen von Norbert Schneider, mit denen die individuellen Betrachtungen Bremens in den Geschichten nicht nur umrahmt und illustriert, sondern aromatisiert werden. Jede der Geschichten erhält durch die Zeichnungen noch einmal einen ganz eigenen Geschmack, eine Erweiterung der an sich schon sehr bekömmlichen Kost. Ein vom Verlag kostenfrei mitgeliefertes Sahnetüpfelchen.

Unbedingt für die nächste Bremenreise einpacken. So gelingt auch den Ortsfremden eine ganz eigene Annäherung an die Stadt und die Menschen, die in ihr wohnen.

Jutta Dornheim „Katzenmann – Roland – Faule Grete. Eine Bremen-Roman in Geschichten“
Kellner Verlag. Bremen 2011. 168 Seiten. 9,90 €

Autorinnen im Rampenlicht

14. März 2012 um 22:00 Uhr

LESE-BRUNCH mit den mitteldeutschen Autorinnen
Die mitteldeutschen Autorinnen stellen sich mit literarischen Leckerbissen vor und laden anschließend zu kulinarischen Häppchen ein. Es lesen: Cordula Krause, Kathrin Wildenberger, Jutta Pillat, Nora Northmann und Sylvia Tornau
Veranstalterinnen: Mitteldeutsche Autorinnen in Kooperation mit der Frauenkultur

Ort: Frauenkultur Leipzig, Windscheidstr. 51 , 04277 Leipzig
Zeit: 11 – 12.30 Uhr
Eintritt: 4,- Euro

Regensburger Gastronomen machen es vor: Keine Bedienung für Nazis

2. März 2012 um 11:12 Uhr

© Felicitas Kock

 

Die Regensburger Initiative weitet sich aus auf ganz Bayern und vielleicht ja bald auf ganz Deutschland. Die Organisatoren: „Keine Bedienung für Nazis“ heißt nicht nur, dass einer bestimmten Klientel kein Bier ausgeschenkt wird – es heißt, „dass die Wünsche dieser Klientel generell nicht bedient werden“. (© Felicitas Kock)

Den vollständigen Artikel hierzu findet Ihr unter Sueddeutsche.de