Mal wieder im Pausenraum gelauscht

30. Juni 2011 um 19:22 Uhr

Synonyme für dicken Bauch:

Mann: Feinkostgewölbe

Frau: die Rolle der Frau

Objektivität

um 14:02 Uhr

„Objektivität ist die Selbsttäuschung eines Subjekts, daß es Beobachten ohne ein Subjekt geben könnte. Die Berufung auf Objektivität ist die Verweigerung der Verantwortung – daher auch ihre Beliebigkeit.“
Erklärung der American Society for Cybernetics, in E. Glasfeld: Radikaler Konstruktivismus, 1998 (S.242)

Verallgemeinerungen

29. Juni 2011 um 20:14 Uhr

Im Cafe

Frau sagt:
„Immer hat niemand Zeit!“
Der Mann antwortet:
„Ich hasse alle Verallgemeinerungen.“

Bei einer Party

26. Juni 2011 um 02:54 Uhr

Immer sind hier nur Menschen. Nie Hunde!

Werbung am Fischstand

19. Juni 2011 um 00:07 Uhr

Die Fischmutter sagt zu ihren Kindern „passt auf, dass ihr geradeaus schwimmt, sonst werdet ihr Rollmops“

Morgen segeln wir in Fryslan

9. Juni 2011 um 22:02 Uhr

Zeit

4. Juni 2011 um 16:21 Uhr

Die Zeit ist wie eine Feder:
Unter Spannung schnellt sie an uns vorbei und wir hetzen atemlos hinterher.
Ohne Spannung verharrt sie reglos
und beschert uns endlose Momente.

Kategorie Lyrik | Kommentare (0)

Mord in 86 Bildern

3. Juni 2011 um 23:58 Uhr

Renate Härtl „Bei Liebe Tod“
rezensiert von Sylvia Tornau

Ein ungewöhnliches Buch hat Renate Härtl hier vorgelegt. Der Umschlagtext verspricht einen “hochspannenden Thriller – so lebendig wie ein Drehbuch“, die Aufteilung in 86 Bilder erinnert an die Akte eines Theaterstückes.
Inhaltlich geht es um nichts Geringeres, als um das Überleben in den Städten des reichen Westens. Es geht um Beziehungen, Vertrauen, Liebe oder eben um die Unfähigkeiten zu lieben, zu vertrauen, sich zu binden. Es geht um Drogen, Geld und Machtmissbrauch und es geht, wie sollte es bei einem Thriller anders sein, um Mord und andere Todesfälle.
Die Figuren stehen gleichwertig nebeneinander. Einzig Lily ist als Hauptfigur erkennbar, vor allem dadurch, dass sie in mindestens 53 der 86 Bilder direkt oder indirekt eine Rolle spielt.
Die Figuren in diesem Buch verstören. Keine ist wirklich ein Sympathieträger, keine ein wirklich böser Schurke. Alle sind wie sie sind, was sie sind. Wobei letzteres nicht immer klar ist. Renate Härtl psychologisiert nicht, sie zeigt. Der Text gleicht den Bildbeschreibungen von Fotografien, auf denen immer die gleichen Menschen in verschiedenen Posen, Zusammenhängen zu sehen sind. Das lässt den Text ein wenig unterkühlt wirken und erzeugt gleichzeitig eine fast unerträgliche Spannung.
Betrachtete man ein Fotoalbum, so wäre die Wirkung eine ähnliche. Mit wem steht X da? Was für eine Rolle spielt der verschwommene Mann im Hintergrund? Lächelt er? Warum?
So sehr wie ein Fotoalbum die Beantwortung dieser Fragen der Phantasie der Betrachterin überlässt, so sehr überlässt Renate Härtl die Beantwortung auftretender Fragen der Phantasie der Leserin. Das macht dieses Buch so ungewöhnlich und spannend.
Sicher ist „Bei Liebe Tod“ keine leichte Kost für geübte Leserinnen der heute marktüblichen, psychologisierenden Thriller, aber es ist eine Entdeckung für alle, die literarischen Experimenten gegenüber offen sind und sich gern überraschen lassen.

Renate Härtl: Bei Liebe Tod. Athene Media Verlag, 2011, 12,95 €

Im Pausenraum

1. Juni 2011 um 13:40 Uhr

Zitierte ein sehr von mir geschätzter Kollege Herrn C.M. Wieland:
„Religion und Interpunktion sind Privatsache!“
Ach, wenn die LektorInnen dieser Welt das nur auch so sehen würden… seufz