Thea Dorn feministisch – Ein Krimi ist es trotzdem.

6. Dezember 2010 um 15:40 Uhr

Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird – Eine Empfehlung von Sylvia Tornau

Dieses schon 2006 vom Piper Verlag veröffentlichte Interviewbuch entdeckte ich zufällig beim Durchschlendern der Bibliothek der Bundeszentrale für politische Bildung. Prinzipiell ein Ort, an dem ich nicht mit einem Titel der Krimiautorin Thea Dorn gerechnet habe.
In 11 Interviews geht Thea Dorn der Frage nach, ob die heutigen jungen Frauen den Kampf um die Gleichberechtigung verloren haben, weil sie zu sehr damit beschäftigt waren, sich vom Feminismus zu distanzieren und sie fragt nach dem Wie weiter?
Aufgeben. Abfinden. Hinnehmen, das ist eindeutig keine Lösung. Frau Dorn bezieht im Vor- und Nachwort eindeutig Stellung dazu, dass es in Deutschland noch immer nicht weit her ist, mit der Gleichberechtigung. Die Basics sind geschaffen, aber wie weiter? Den Rückzug ins Private lehnt sie vehement ab, vielmehr setzt sie auf die Vorbildwirkung von Avantgarde-Frauen, zu denen sie ihre Interviewpartnerinnen zählt. Egal ob Anwältin, Politikerin, Moderatorin, Köchin, Psychiaterin, Ingenieurin oder Weltmeisterin im Eisklettern, diese Frauen legen vor. Sie sind gebildet, mit und ohne Kinder, mit oder ohne Partner und sie verbindet eines: sie machen Karriere in Berufen, in denen Frauen in Leitungspositionen bis heute die Ausnahme sind.
Ein an sich ‚trockenes’ Thema, das bei der einen oder anderen Leserin schon mal ein Augenrollen hervorruft. Aber trocken ist dieses Buch nicht. Die Interviews sind authentisch und spannend und einige, wie z.B. das Gespräch mit der Berufsberaterin Uta Glaubitz, sprühen vor Witz.
Unbedingt Lesenswert. Ein Mutbuch für Frauen, ihren ganz eigenen Weg mit ganz eigenen, weiblichen Netzwerken zu gehen.

Zum bestellen:
Bundeszentrale für politische Bildung