Die Mittagsfrau

9. Mai 2008 um 14:25 Uhr

Leben. Mittendrin, am Rand.

Der Roman -Die Mittagsfrau- von Julia Franck beginnt und endet mit der Geschichte von Peter. Einem Jungen, der allein mit seiner Mutter lebt und von der Existenz seines Vaters nur aus einem heimlich gelesenen Brief weiß. Einem Jungen, der in den Wochen nach Kriegsende seine geliebte Mutter von Soldaten vergewaltigt in der Wohnung antrifft. Einem Jungen, der sich die Schuld für das Geschehen gibt, weil er nach einem ähnlichen Vorfall vergessen hatte, ein neues Schloss für die Wohnungstür zu besorgen. Die Mutter packt Koffer und geht mit Peter zum Bahnhof. Sie fahren mit dem Zug nach Pasewalk. Dort endet die gemeinsame Reise. Die Mutter verlässt Sohn und Koffer auf diesem Bahnsteig.

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Ich und die anderen

um 14:18 Uhr

Wer spricht?  

Andrew Gage ist das Oberhaupt im Haus mit den vielen Zimmern. Das Haus befindet sich im Kopf des Körpers und ist die Persönlichkeitskonstruktion einer multiplen Persönlichkeit. Soll heißen: Neben Andrew leben noch viele andere Seelen im Körper, teils ausgefeilte Persönlichkeiten, teils Persönlichkeitssplitter. Nicht alle wollen Macht über den Körper, wollen Körperzeit. Einige sind froh, wenn sie sich im Inneren dieses Körpers verstecken können. Alle gemeinsam sind sie Ich-Abspaltungen, resultierend aus einer traumatischen Kindheit und den Versuchen der Traumabewältigung. Der mutige Entschluss von Andrews -Vater-, die verschiedenen Splitterpersönlichkeiten mit Hilfe einer Psychologin so im Körper zu integrieren, dass eine Integration in die menschliche Gesellschaft einigermaßen gelingt, hat diesen nachhaltig erschöpft. Er erschuf Andrew und übergab diesem seine Führungsrolle im Haus.

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Zusammen ist man weniger allein

7. Mai 2008 um 13:33 Uhr

Kommt, lasst uns leben! 

Erst waren es zwei, dann drei, dann vier und plötzlich stand der Tod vor der Tür. Nicht ganz unerwartet taucht er auf im letzten Drittel der Geschichte. Doch zu Beginn des Romans -Zusammen ist man weniger allein- – von Anna Gavalda auf zärtlich-ironische Weise erzählt – steht die Begegnung der magersüchtigen, ihr Talent als Zeichnerin versteckenden, Camille mit dem stotternden Philibert, verarmter Adelssohn der Postkarten im Museum verkauft. Das Quartett vervollständigt sich mit Franck, dem überarbeiteten, dauergestressten Koch und dessen Großmutter Paulette, die mit 83 so krank wird, dass sie fortan im Altersheim leben muss. Vier liebenswert traurige Gestalten, von denen jede für sich das Leben meistert, mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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Und er lebt doch. Feminismus in Ecken und Nischen!

5. Mai 2008 um 14:35 Uhr

In den Tageszeitungen und von einigen aufstrebenden Journalistinnen wird der Feminismus regelmäßig für tot erklärt. Das er er lebt, beweisen nicht zuletzt die engagierten Leipziger PROPELLAS. Unter der Internetplattform www.propellas.de firmieren die
‚Koordinatorinnen eines offenen Netzwerkes‘ zur Unterstützung von Frauen in der Musik. Die Propellas setzen sich ein ‚für mehr Selbstverständlichkeit für Frauen und Mädchen in der Musik! Konkret und sofort‘. Es geht nicht zuletzt um das Zeigen von Vorbildern für den weiblichen musikalischen Nachwuchs. Die Propellas setzen sich dafür ein, dass selbstverständlicher female DJs gebucht werden, Schlagzeug spielen, Bands gründen und produzieren und dass auch Musikerinnen von Fanzines angesprochen werden. Engagement von Frauen, die sich mit dem bisher Erreichten einfach nicht zufrieden geben wollen – Nervensägen, Zicken, Künstlerinnen, Frauen mit Humor und Lust an (Weiter)Entwicklung. Weiter so. Lasst von Euch hören Frauen.

Verbündete haben mich gefunden

2. Mai 2008 um 00:45 Uhr

Unter einer Million Spam-Kommentare fand ich gestern diesen Kommentar:

„Halli Hallo, noch ein Mensch mit Lust auf gute Nachrichten. Ich habe im Januar ein Blog-Projekt mit guten Nachrichten gestartet. Jeder und jede ist eingeladen, mitzuschreiben. Vielleicht hast du ja auch Lust? www.1000gutenachrichten.de
Gruß Kerstin“

Natürlich habe ich mich gleich aufgemacht und die RPN’s besucht und ßberraschendes gefunden. So hoffe ich künftig auf eine gute Kooperation und darauf, dass die eine oder andere gute Nachricht der RPN’s auch für tatmoor abfällt. Natürlich werde auch ich die eine und andere Nachrichten bei den RPN’s veröffentlichen. Schaut doch mal dort vorbei. Viel Spaß wünscht Leeloo

„Christa Wolf. Eine Biographie“

1. Mai 2008 um 23:57 Uhr

Jörg Magenau, 2. Aufl., Kindler 2002, 494 Seiten, 24,90 â?¬

Der weite Weg. Damals und Heute.

Im Rückblick betrachtet wird gelebtes Leben vor allem interessant, wenn es aus einer anderen Blickrichtung betrachtet wird, als es gelebt wurde. Nicht nur mit der Intention, Vergangenes zu erinnern, sondern auch mit der Intention, im Erinnerten Zusammenhänge zu entdecken und so das alltägliche Leben und Wirken der betrachteten Persönlichkeit in einem größeren Kontext verstehen zu können. Dem Autor der bei Kindler erschienenen Biografie von Christa Wolf, Jörg Magenau, gelingt dies gleich doppelt. In dem er das schriftstellerische Leben der DDR-Kultautorin betrachtet und in den gesellschaftlich politischen Kontext ihrer Biographie stellt und indem er die DDR-Kulturgeschichte in den Kontext der Biographie von Christa Wolf stellt. Beides unter dem Aspekt: die DDR gehört der Vergangenheit an, ein gesellschaftliches Konstrukt mit nur 40 jähriger Haltbarkeit, von dem heute nur noch Erinnerungen und individuelle Narben im Leben Einzelner zeugen.

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