Wem gehören die Kinder?

21. Januar 2017 um 19:52 Uhr

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.

Und wenn sie auch mit euch sind, so sind sie dennoch nicht euer Besitz.

Ihr dürft ihnen eure Liebe schenken, aber nicht eure Gedanken, 

Denn sie haben eigene Gedanken. 

Ihr dürft ihren Körpern ein Zuhause geben, aber nicht ihren Seelen, 

Denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft 

Und das könnt ihr nicht betreten, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft bestrebt sein, ihnen zu gleichen, 

aber versucht nicht, sie euch gleich zu machen. 

Denn das Leben schreitet nicht rückwärts 

Noch verweilt es im Gestern.“ 

(aus Khalil Gibrans Buch Der Prophet, das 1933 auf schwedisch erschien) Gefunden in „Astrid Lindgren. Ihr Leben. von Jens Andersen S.123/124.

Stefanie Jerz: Gänseblümchen

19. November 2015 um 14:02 Uhr


sie liebt mich
er liebt mich nicht
du liebst ich
mich liebst du nicht
lieb du mich
nein besser nicht
wie lieb ich
und wieder nicht
verlieb dich
nur nicht in mich
erst lieb dich
und dann auch mich

Aus: Stefanie Jerz – Worte; Andreas Krämer – Bilder. Guter Tag, du hast mich geschafft. Ein Gutenachtbuch für Erwachsene.
Geest-Verlag, 98.S., 14,80 €

Thomas Buergenthal: Ein Glückskind

30. Oktober 2015 um 03:08 Uhr

image

Ein berührendes,  ein trauriges, ein Mutbuch. Die Geschichte eines kleinen Jungen,  der Arbeitslager, Auschwitz, Todesmarsch und Sachsenhausen überlebte und der ein großer Menschenrechtler wurde. Dieses Buch endet mit Worten,  die sich fast wie ein Appell an uns lesen, angesichts der mitmenschlichen Krise, in der wir Europäer uns befinden:
„Vor langer Zeit schon kam ich zu dem Schluss, dass der Weg zu einer Welt, in der Menschen in Frieden und Würde zusammenleben können, lang ist und man dennoch Schritt für Schritt darauf hinarbeiten muss, ohne durch die Fehlschläge als Zyniker zu enden. Die Tatsache, dass wir in den letzten Jahrzehnten das Ende der Apartheid in Südafrika erleben konnten, den Zusammenbruch der Sowjetunion und den Sturz so vieler unterdrückerischer Regimes, besonders in Lateinamerika, half mir, eben nicht dem Zynismus zu verfallen, den ich für einen starken Feind des Fortschritts auf dem Gebiet der Menschenrechte halte. Wir können einfach nicht aufhören mit dem Versuch, eine Welt zu schaffen, die sich auf Recht und Gerechtigkeit gründet, ganz gleich, wie langsam wir dabei vorankommen.“

Antwort auf eine Frage

7. November 2014 um 03:43 Uhr

image

Im Arbeitstagebuch ‚Mein Manifest‘ von Veit Lindau begegnete mir heute diese Frage: ‚Wie würdest du dich selbst Gott vorstellen?“
Meine Antwort: Hallo Gott, ich bin Sylvia, eine von denen, die du vergessen hast. Danke dafür, denn so musste ich lernen an mich selbst zu denken. Gehen wir jetzt zusammen was trinken oder willst du für ewig da oben auf deinem Thron hocken und dir einreden (lassen) du hättest den Überblick?

Veröffentlicht mit WordPress für Android

Veit Lindau: Liebe Radikal

3. November 2014 um 02:07 Uhr

image

Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten. Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: „Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.“
„Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“ fragte der Junge.
„Der Wolf, den ich füttere“, antwortete der Alte.

Verfasser Unbekannt

Veröffentlicht mit WordPress für Android

Max Frisch: Aus dem Berliner Journal

19. Oktober 2014 um 01:34 Uhr

image

„Hat man schon zwei Hunde gesehen, die sich treffen, um sich über einen dritten Hund zu unterhalten, weil sie sich nicht für einander interessieren?
S. 58

Veröffentlicht mit WordPress für Android

Rainer Maria Rilke: Über die Geduld

11. Juli 2014 um 18:49 Uhr

20140711-184859-67739937.jpg

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Orientierung

15. Mai 2014 um 20:11 Uhr

20140515-210215.jpg

… „Ja, manchmal ist das Leben richtig scheiße“, sagt sie. „Aber weißt du, woran ich mich festhalte?“
Ich ziehe die Augenbrauen hoch.
Sie macht es mir nach.
„An den Augenblicken, die nicht so sind“, sagt sie. „Man muss nur rechtzeitig merken, wenn es soweit ist.“ …
Aus: Veronica Roth: „Die Bestimmung – Letzte Entscheidung“ (Band 3)

Glück

6. Mai 2014 um 17:18 Uhr

20140507-192249.jpg
„Die Gier nach Glück an sich macht unglücklich. …je mehr man sich mit dem Glück beschäftigt, desto weniger glücklich erscheint das eigene Leben. Man könnte ja immer noch etwas glücklicher werden.“

Aus: Ruhe, Ihr Quälgeister: Wie wir den Kampf gegen unsere Gefühle beenden können.

Lebenssinn

23. April 2014 um 01:39 Uhr

20140423-013351.jpg< "Es gibt zwei großartige Tage im Leben eines Menschen: Den Tag, an dem wir geboren wurden, und den Tag, an dem wir entdecken, wofür." William Barclay Gefunden in: Veit Lindau "SeelenGevögelt. Manifest für das Leben"