#ichtraumich – Tag 19

19. Januar 2018 um 00:06 Uhr

Aufgabe: Dein Lebenstraum

Wie mein Leben aussehen würde, wenn ich es frei gestalten könnte, diese Frage hat mich schon oft beschäftigt. Meine Antwort darauf hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Ich arbeite gern und gern in unterschiedlichen Bereichen. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich 3 Tage in der Woche als Therapeutin /Coach für Kinder und Erwachsene arbeiten und 2 Tage schreiben. Ich hätte gern 6 Wochen Urlaub, plus je 1 Woche im Quartal Schreibklausur. Jedes 3. Jahr eine Auszeit von 12 Wochen für längere Reisen und Fernwanderungen. Natürlich auf dem Konto das Geld, welches das Schreiben und die Auszeiten ermöglichte. Ich wohnte in einem Mehrfamilienhaus mit FreundInnen in jeweils eigener Wohnung und unsere Kinder mit den Ihren (Männer, Frauen, Kinder) ganz in der Nähe, vielleicht sogar nebenan. Es gäbe einen großen verwilderten Garten mit alten Bäumen, mindestens einer Magnolie, vielen Rosen, überall Sitz- und Schreibmöbel und einer Feuerstelle. An einer versteckten Stelle im Garten stünde eine kleine Schreibhütte für mich, mit Schreibtisch, Stuhl, Bücherregal und Liegesessel. Die Woche gehörte nur mir, der Arbeit, dem Schreiben, dem Lesen, der Selbstzeit, das Wochenende der Liebe, der Familie, den FreundInnen. Ja, so stelle ich mir das perfekte Leben vor.

Und wenn ich schon am Träumen bin, dann gäbe es in meinem perfekten Leben keine Kriege, keinen Hass, keine Gewalt. Der Welthunger wäre besiegt, der Kapitalismus und überhaupt alle Ismusse, alle Diktaturen und Raffgier auf Kosten anderer wären abgeschafft, weil unnötig. Sein durch Haben wäre kein Lebenskonzept, jeder könnte einfach sein ohne etwas/jemand Sein zu müssen. Die Natur würde nicht verrückt spielen, weil wir funktionierende Konzepte hätten, um mit ihr im Einklang zu leben. Religion wäre weltweit Privatsache. Hautfarbe, Alter, Geschlecht und Nationalität wären so wichtig wie ein Loch im Strumpf, die Lieblingsfarbe oder das Sternbild unter dem man geboren.

#ichtraumich – Tag 18

18. Januar 2018 um 09:18 Uhr

Aufgabe: Mit wem möchtest du etwas trinken gehen?

Eine mich irritierende Frage, weil es viele Menschen gibt, mit denen ich gern wieder einmal zusammen hocken und bei einem Getränk reden möchte. Aufgrund der jeweils persönlichen Zeit, gelingt uns dies viel zu selten. Manchmal vergehen Tage, manchmal Wochen, manchmal Jahre, bis es wieder zu einer Begegnung kommt. Durch meine Arbeit und mein soziales Netzwerk begegne ich täglich Menschen und finde mich oft in inspirierenden Gesprächen bei Kaffee, Tee oder Wasser.

Wenn ich die Realität außen vor lasse, dann würde ich mich gern einmal mit dem Kind treffen, das ich einmal war. Ich würde es gern kennenlernen, so wie es war, nicht wie ich es in Erinnerung habe. Ich würde ihm zuhören, herausfinden wollen, was es mag, wonach es sich sehnt, was es begeistert und welche kreativen Wege es bei all der Finsternis im jungen Leben gegangen ist. Ob wir dabei etwas trinken oder lieber über nasse Felder laufen, das überlasse ich der Kleinen.

#ichtraumich – Tag 16

17. Januar 2018 um 15:58 Uhr

Aufgabe: Deine größte (Schreib-) Herausforderung

Einerseits geht es für mich darum, das Schreiben in meinen wöchentlichen Zeitplan als feste Größe zu etablieren. Das ist wie bei allen berufstätigen Autorinnen, die zudem nicht auf ihr Sozialleben verzichten wollen, eine große Herausforderung. Das ‚Entweder Oder‘ scheint in dieser Hinsicht einfacher, wenn auch auf Dauer unbefriedigender, als das ‚Sowohl Als Auch‘, welches dafür viel Geduld erfordert.

Andererseits – und das ist wohl meine größte Herausforderung – treibt mich die Frage, wie ich meinen Roman strukturiere, fast in den Wahnsinn. Die Planung mit der Heldenreise: verworfen. Die Planung mit der Schneeflockenmethode: verworfen. Exceltabellenplan verworfen. Einfach planlos drauflos schreiben: ich verheddere mich in den Handlungssträngen und nach 30 Seiten ist Schluss. Derzeit ruht das Projekt, aber es lässt mich nicht los. Es ist nicht das erste Projekt an dem ich mich so abarbeite, aber dieses Schreibprojekt schreit aus der Schublade und will ans Tageslicht.

Die nächste Überlegung ist, einen Papyrus-Kurs zu belegen, weil ich das Programm bisher nur zur Überarbeitung nutze. Am liebsten aber wäre mir, ich könnte einmal bei versierten Roman-Autorinnen in die Werkstatt schauen. Sie bei der Planung beobachten, befragen.

Mein Ziel für dieses Jahr: die Planung beenden und spätestens im Herbst mit dem Schreiben beginnen.

#ichtraumich – Tag 17

um 08:33 Uhr

Aufgabe: Dein absoluter Favorit unter den Büchern

Für mich die Bibel:

Matt Ruff: Ich und die anderen

#ichtraumich – Tag 15

um 08:22 Uhr

Aufgabe: Welche Fähigkeit würde ich mir von einer Wunschfee wünschen?

Das ist wieder eine leichte Aufgabe: ich wünschte mir, dass ich alles, wirklich alles was mir an einem Tag wichtig ist, in der mir zur Verfügung stehenden Zeit zu schaffen. Also an jedem Tag ausreichend Zeit zu haben für mich (zum träumen, lesen, denken, lernen entspannen), Zeit für meine Arbeit, Zeit zum Schreiben, Zeit für die Liebsten, Zeit zum Schlafen.

Ach liebe Wunschfee, bitte komm bei mir vorbei!

#ichtraumich – Tag 12

13. Januar 2018 um 03:01 Uhr

Aufgabe: Deine Lieblingsserie

Neben Harry Potter, Lara Croft und Starwars sehe ich immer wieder gern Being Erika.

#ichtraumich – Tag 11

12. Januar 2018 um 12:53 Uhr

Aufgabe: Dein Schreib/Lesesoundtrack

Wie in vielen anderen Dingen auch, mag ich mich auch bei der Musikauswahl nicht auf eine Musik festlegen. Weder beim Lesen noch beim Schreiben. Es kommt immer auf meine Grundstimmung an.
Bin ich unkonzentriert hilft Entspannungsmusik wie bspw. von iAwake oder Relaxing Music von Greenred productions. Stecke ich im Gedankenkarussell fest und der Alltag hat mir die Flügel verklebt hilft die Stimme von Lisa Gerrad, die für mich wie ein Instrument aus einer fernen Welt  klingt. Benötige ich Beistand, weil mich wieder einmal Zweifel plagen, ich in einem Text feststecke,  dann helfen vor allem die Instrumentalstücke von Johann Pachelbel, die J.S. Suites von Bach auf dem Cello gespielt von Jean-Guihen Queyraund die Instrumentalversion von Dido und Aeneas oder die 10 Sonatas in Four Parts von Henry Purcell.

#ichtraumich – Tag 10

11. Januar 2018 um 20:10 Uhr

Aufgabe: Dein persönliches Highlight 2017

Unterwegs

Ich reise gern. Unterwegs zu Orten die mir unbekannt. Meist erreiche ich das jeweilige Ziel mit Flugzeug, Zug oder Auto, wobei Letzteres mich anstrengt, wenn ich selbst fahren muss.

Mich zieht es in die Natur, in unberührte Landschaften, gern gespickt mit alten Steinen von Burgen, Schlössern, Kirchen. Städte, laut, meist schmutzig und verschlingend, trennen mich von meinem Grund. Ein unbestelltes Feld, die modrige Finsternis eines Waldes, ein Bach, ein Fluss, ein See und über allem der Himmel, lassen mich Unendlichkeit glauben. Was zurückliegt, was geschieht, was kommt, die Tier- und Pflanzenwelt eint es. Hier spüre ich, dass ich zum Kreislauf Leben gehöre. Die Landschaft ummantelt mich. Hier fühle ich Geborgenheit.

In meinen jungen Jahren reiste ich mit Auto und Zelt. Eine Nacht auf einem Ameisenhügel hat mir das Zelten verleidet.
Vor zehn Jahren entdeckte ich das Reisen mit dem Boot. Egal ob Jolle oder Kreutfahrtdampfer, in diesen Augenblicken zählt nur: über mir der Himmel, unter mir das Wasser. Schwankend durch die Zeit schippern.
In den vergangenen fünf Jahren fand ich zum Wandern. Ich laufe gern. Erreiche mein Ziel Schritt für Schritt in Echtzeit. Versinke im Weg, in der Anstrenung, in der Berührung von Sonnenlicht, im Geruch des Waldes, in den Unterhaltungen unsichtbaren Getiers. Ausgeliefert dem Wetter, der eigenen Kondition. Frei von Zwängen.

2017 verliebte ich mich in das Reisen mit dem Wohnmobil. Fahren, bis der Körper nicht länger sitzen mag. Fahren bis eine Stimme in mir sagt: An diesem Ort will ich bleiben. Ein Wohnmobil bietet den Komfort eines magischen Zeltes. Tisch, Bett und Küche unter einem Dach. Die Ausstattung erinnert an eine Kajüte. Jedes Fleckchen genutzt für Stauraum, alles holzverkleidet. Da wir Muggel bekanntermaßen nicht apparieren können, haben wir Räder unter unser Zelt gebaut.
Ob Frankreich, Niederlande, Luxemburg oder Deutschland, mit dem Wohnmobil habe ich Landstriche entdeckt, die mir ohne verborgen geblieben wären. Wir folgten den Wegweisern am Straßenrand. Sahen Ausstellungen – Van Gogh, Chagall, Paula Moderssohn- Becker – die mir ohne diese Hinweisschilder entgangen wären. Wir fuhren verlassene Straßen und fanden alte Ortschaften, in denen außer ein paar Mönchen niemand mehr wohnt. Wir schliefen an vielen Wassern. schliefen an Berghängen zwischen duftendem Wein. Reisen mit dem Wohnmobil bedeutet: Mich von unbekannten Wegen verführen lassen. Bleiben, wo es gefällt. Nachts Sternenhimmel, Lagerfeuer und das schützende Bett so nah.

Getauft haben wir das Wohnmobil auf den Namen »Die Villa«. Für mich der Inbegriff von Luxus, Freiheit, Lebensfreude. Mit der Villa reisten wir im Juli durch Südnorwegen. Norwegen gehört zu meinen Sehnsuchtsländern. Die Schroffheit der Fjorde, das unbesiedelte Land, die Unberechenbarkeit des Wetters, das klärende Licht – all das trifft in mir auf Widerhall, wie ein Spiegel meiner Seele. Hier empfinde ich, was ich selten empfinde: Ich bin angekommen. Ich bin zu Hause.

Die Berührung eines Gletschers, eine Begegnung mit freilaufenden Elchen und das lustvolle Verspeisen selbst gefangener Bachforellen vollendeten diese Reise, machten aus ihr mein Highlight 2017.

 

#ichtraumich – Tag 9

10. Januar 2018 um 01:11 Uhr

Aufgabe: Dein Lieblingsblog

Eigentlich, eigentlich müsste, sollte, wollte ich an dieser Stelle Eigenwerbung machen. Allerdings habe ich meinen Blog tatmoor in den vergangenen Jahren sehr vernachlässigt. Das wird sich in diesem Jahr ändern. Vorgenommen habe ich mir im Anschluss an diese Challenge, mindestens 1-2 mal im Monat etwas einzustellen.

Einen Lieblingsblog habe ich nicht, sondern gleich drei. Die verlinke ich euch hier, damit ihr selbst reinschnuppern könnt.

Alphabettinen Hier schreiben Autorinnen aus Berlin und Brandenburg. Auf den Blog aufmerksam wurde ich durch Claudia Breitsprecher, die mit mir gemeinsam im Beirat der Autorinnenvereinigung e.V. tätig ist und selbst dort schreibt.

Meraner Tagebuch Auf diesem Blog schreibt die von mir sehr geschätzte Autorin und ehemalige Vorsitzende der Autorinnenvereinigung Jay M. Walther. Vor allem die „Fluchtlinien“ – autobiographisch und wie so viele Texte dieser Autorin sprachlich grandios – haben es mir angetan.

Ebenfalls durch die Autorinnenvereinigung e.V. – durch eine von uns in Leipzig organisierte Jahrestagung auf der sie als Autorin und Mitwirkende einer Podiumsdiskussion Gast war – bin ich auf Ninia la Grande aufmerksam geworden und stöbere seitdem regelmäßig und mit großem Vergnügen auf ihrem Blog rum.

#ichtraumich – Tag 8

9. Januar 2018 um 20:06 Uhr

Aufgabe: womit schreibst/liest du?

Wie bei vielem in meinem Leben bin ich in der Auswahl meiner Handwerkzeuge nicht festgelegt. Ich lese Bücher in allen Ausführungen. Taschenbücher, Gedichte auf Loseblattsammlungen ebenso wie in Büchern, auf Blogs, an Litfaßsäulen. Ich kann im stehen, liegen und wenn ein Buch mich richtig packt beim Laufen lesen.

Fachbücher lese ich meist an einem Tisch, weil ich mir da regelmäßig Notizen mache.

Bücher die ich rezensiere oder zu meinem Vergnügen lese, lese ich erst an einem gemütlichen Ort (Couch, Sessel, Bett, Café oder im Zug), meist läuft nebenbei leise klassische Instrumentalmusik, das hilft mir den Kopf auszuschalten und mich in die Geschichte zu versenken. Das zweite Mal lese ich das Rezensionsbuch am Schreibtisch, da bin ich konzentriert und mache nebenbei Notizen.

Ebooks lese ich bevorzugt wenn ich auf Reisen oder gerade knapp bei Kasse bin, weil das wesentlich preiswerter und leichter zu tragen ist als eine Büchertasche.

Bei Aufräumarbeiten, Fenster putzen und zum Abschalten vorm einschlafen höre ich gern Hörbücher.

Egal was und wie ich lese (höre), ich schlafe nie dabei ein. 🙂

Zum Schreiben nutze ich Zettel, Notizbücher, Computer, Laptop oder Tablet. Fällt mir beim Spaziergang etwas ein, tippe ich es in mein Handy (ColorNote), fällt mir etwas ein, während ich Auto fahre, spreche ich es in Writer+. Das Programm wandelt Gesprochenes in Schrift.

Die erste Fassung eines Fachartikels tippe ich in den Computer in eine Word Datei und überarbeite mit Papyrus. Das hat etwas damit zu tun, dass ich am Computer automatisch im Arbeitsmodus, sprich kopfkonzentriert bin, was mir für einen Sachtext wichtig ist.

Die erste Fassung einer Kurzgeschichte schreibe ich mit der Hand. Das kann ich überall zu Hause gut, wo ich mich wohl und gut beschützt und entspannt fühle (Bett, Couch, Sessel), aber es geht auch am Strand, auf dem Balkon, in einer Ferienwohnung. Hauptsache ich bin ungestört. Auch hier läuft im Hintergrund Musik, bei der ich meine kritischen Stimmen ausschalten und mich auf mein Phantasieuniversum einlassen kann. Ab der zweiten Fassung, bei der dann wieder volle Konzentration gefordert ist, arbeite ich mit dem Computer in Papyrus. Letzteres vor allem wegen der großartigen Überarbeitungshilfen, die dieses Programm bietet.

Egal ob lesen oder schreiben, ohne Brille geht nichts mehr.